Dübendorf Bau einer Erdgastankstelle auf dem Empa-Gelände geplant
Empa gibt Gas mit Wasserstoff
Dübendorf erhält eine Erdgastankstelle. Empa-Forscher wollen dem Gas Wasserstoff beimischen und Praxiserfahrungen mit der Technik sammeln.
Max Hugelshofer
Autofahren mit Erd- und Biogas im Tank wird immer populärer. Man schont dabei die Umwelt und spart erst noch Geld. Ein Nachteil ist das lückenhafte Tankstellennetz. Aktuell gibt es in der Schweiz 119 Erdgas-/Biogastankstellen. Für Dübendorfer Erdgasfahrer befinden sich die nächstgelegenen Tankmöglichkeiten in Wallisellen und Hegnau. Bald soll aber auch in Dübendorf eine Erdgastankstelle eröffnet werden. Die Empa hat bei der Stadt ein entsprechendes Baugesuch eingereicht.
Nur interne Nutzung
Zu früh freuen sollten sich Erdgasfahrer allerdings nicht: Die Tankstelle ist für den internen Gebrauch bestimmt. Dies bestätigt Christian Bach, in dessen Abteilung Verbrennungsmotoren unter anderem am Abgasverhalten von Erdgasmotoren geforscht wird. Nach dem Bau der neuen Tankstelle müssen die Projektfahrzeuge zum Tanken nicht mehr extra in die Nachbarorte gefahren werden.
Die Betankung von Testfahrzeugen ist aber nur der Anfang. Sowohl Empa als auch das Wasserforschungsinstitut Eawag ersetzen zurzeit ihre Flotte mit Gasautos. Insgesamt sind dies immerhin rund 20 Fahrzeuge.
Wasserstoff aus Sonnenlicht
Die neue Tankstelle soll so gebaut werden, dass künftig dem Erdgas auch Wasserstoff beigemischt werden kann. Das Ziel: Der Wasserstoff soll mit Strom aus den Fotovoltaikanlagen, an denen zwei weitere Empa-Abteilungen forschen, hergestellt und vor Ort dem handelsüblichen Gemisch aus Erd- und Biogas beigefügt werden. Versuche mit derart «veredeltem» Erdgas werden bereits auf den Prüfständen des Motorenlabors durchgeführt. Dabei wurde gemäss Bach einiges Potenzial zur weiteren Effizienzsteigerung und Schadstoffreduktion ausgemacht. Um aber Erfahrungen aus dem Praxisbetrieb, wie etwa Langzeitauswirkungen auf die Motoren, sammeln zu können, soll die Empa-/Eawag-Flotte mit dem neuen Kraftstoff betankt werden.
Zusammenarbeit mit Amag
Bis es so weit ist, werden noch ein bis zwei Jahre vergehen. Die Tankstelle selbst wird aber in den nächsten Monaten gebaut. Angestellte der Empa sollen mit einem speziellen Badge auch ihr privates Erdgasauto auftanken können. Ebenfalls in trockenen Tüchern ist eine Zusammenarbeit mit der Amag, die auf der gegenüberliegenden Seite der Überlandstrasse eine Grossgarage baut. Deren Vorführ- und Kundenfahrzeuge werden ebenfalls bei der Empa aufgetankt.