Feuerwehr Beim Jugendhaus ist der Ernstfall geprobt worden
Eine Rettung mit süssem Beigeschmack
Wie schnell die Feuerwehr da ist, wenn es brennt, wurde am Dienstagabend in Schwerzenbach getestet. Rund 30 freiwillige Feuerwehrmänner und -frauen haben am Einsatz teilgenommen.
Sereina Kobler
Die Zeit drängt: Innerhalb weniger Minuten müssen die Feuerwehrleute zum Rettungseinsatz bereit sein.
«Jetzt geht der Alarm raus.» Beat Schüpbach, Kommandant der freiwilligen Feuerwehr Schwerzenbach, blickt gespannt auf seine Uhr. Es ist 18.35 Uhr. Aus dem obersten Fenster des Jugendhauses an der Greifenseestrasse dringt dichter Rauch. «Das ist Diskorauch - mit Vanillegeschmack», sagt der Kommandant augenzwinkernd. Zu Übungszwecken würde dies vollkommen ausreichen.
Im Haus sind fünf sogenannte Figuranten versteckt. Personen also, welche die Verletzten simulieren. An diesem Abend sind es Frauen vom Samariterverein Schwerzenbach. Um die Situation authentisch erscheinen zu lassen, haben sie aufgeschminkte Verletzungen. Diese müssen dann von den Feuerwehrsanitätern behandelt werden. Ganz wie im Ernstfall.
Jede Minute zählt
Um 18.40 Uhr schrillt der Pager von Schüpbach. Da das Signal über eine Alarmzentrale am Flughafen geht, braucht es einen Moment, bis der Alarm die Mitglieder der Feuerwehr erreicht. Ab jetzt läuft die Zeit. Innerhalb von zehn Minuten müssen die Einsatzkräfte laut kantonaler Vorschrift vor Ort sein. Der Kommandant verschwindet nochmals ins Haus, um die Rauchmaschine noch etwas hochzudrehen.
Zehn Minuten später sind sie dann da, die Retter in den orangen Schutzkleidern. In Windeseile werden Helme übergezogen und Schläuche entrollt. Während die einen den Hydranten vor dem Haus anzapfen, sperren die anderen die dicht befahrene Strasse ab.
«Beim Absperren gibt es immer wieder Probleme mit den Autofahrern», erzählt Schüpbach. Beleidigungen wegen der Verkehrsbehinderung seien keine Seltenheit. «Berufsrisiko halt», weiss der Kommandant.
Auch die Sanität muss üben
Drei Feuerwehrmänner haben unterdessen eine 12 Meter lange Leiter am Jugendhaus angebracht. Sie steigen hinauf, um eine um Hilfe rufende Frau im Dachgeschoss zu retten. Umgehend wird sie ins Sanitätszelt der Feuerwehr gebracht. Dort werden die «Wunden» von Feuerwehrsanitätern versorgt. Auf einer orangen Plane liegend, wird die letzte Figurantin ins Zelt gebracht. Es ist kurz nach 19 Uhr, die Übung neigt sich dem Ende zu.
Die Gesichter entspannen sich und die warme Schutzkleidung wird ausgezogen. Darunter kommt Freizeitkleidung zum Vorschein. Che Guevaras Kopf leuchtet auf einem roten Shirt. Nachdem auch der letzte Schlauch wieder zusammengerollt ist, versammelt sich die Mannschaft vor ihrem Kommandanten. «Gut gemacht, Frauen und Männer», lobt Beat Schüpbach. Mit dem «Schiedsrichter» Heinz Petrig von der Feuerwehr Volketswil wird die Übung anschliessend im Schützenhaus analysiert werden. Bei einem kalten Getränkt natürlich. Die Feuerwehrautos und Busse werden bestiegen, im Jugendhaus, nun wieder rauchfrei, ist Ruhe eingekehrt.