Interessengemeinschaft verlangt weitere Tempo-30-Zone
Anwohner fordern Raserstopp
Aufheulende Motoren vor dem Schulhaus und Raser auf der Ifangstrasse. Jetzt reichts, finden die Anwohner. Sie bilden eine Interessengemeinschaft und fordern Tempo 30.
Florian Schaer
Strassenerhöhungen sind an der Rümelbachstrasse vorhanden - doch die IG meint: Das reicht nicht.
Den Verkehr auf der Ifang- und der Rümelbachstrasse beruhigen - das wollen 35 Rümlanger, die sich zur Interessengemeinschaft Ifangstrasse zusammengefunden haben. Alle sind sie an der Ifangstrasse zu Hause, Nummern 81 bis 87. «Im ganzen Gebiet wohnen viele Familien mit Kindern, die schulpflichtig sind oder dies demnächst werden», schreibt die IG in ihrem ersten Brief, den sie kürzlich an den Gemeinderat gesandt hat. «Gleichzeitig werden beide Strassen von ortsfremden Automobilisten als Abkürzung durchs Quartier genutzt.» Auf der Rümelbachstrasse durchs Quartier zu brausen, das kann in der Tat eine Abkürzung sein, der kürzeste Weg eben, um von der einen Kantonsstrasse (Glattalstrasse) zur anderen (Flughofstrasse) zu gelangen.
«Wir können nicht genau zählen, wie viele Autos da täglich durchfahren», räumt IG-Initiant Raphael Spring ein. «So viele sind es wohl nicht, man muss aber bedenken, dass die Strecke direkt am Primarschulhaus Rümelbach vorbeiführt.» 50 km/h um die Kinder herum, für Spring und seine Mitkämpfer ist das eindeutig zu viel.
Allerdings: Die Rümelbachstrasse ist bereits sogenannt «verkehrsberuhigt». An mehreren Stellen finden sich Fahrbahnerhöhungen. «Für normale Autofahrer würde das ja auch reichen», meint Spring. «Die fahren heute schon kaum mehr als 30. Wir beobachten aber immer wieder Lenker, die zwischen diesen Erhöhungen wieder voll auf 50 beschleunigen.» Zum Sicherheitsrisiko für Kinder und Anwohner komme noch lästiger Lärm hinzu. «Die Einführung einer 30er-Zone würde die Probleme weitgehend entschärfen», ist sich die IG sicher.
«Stein ins Rollen bringen»
«Was die Ifangstrasse betrifft, so wollen wir insbesondere verhindern, dass der Abschnitt bis zu den Industriebetrieben weiterhin als Beschleunigungs-Teststrecke für einzelne getunte Autos gebraucht wird», erklärt Spring weiter. Selbiges will er schon öfter an Abenden und Wochenenden beobachtet haben, «weil die Strecke ganz gerade ist und man jeden Polizisten sehen würde, der allenfalls mal kontrollieren würde.» Auch die Idee, in Rümlang generell in allen Wohnquartieren Tempo 30 einzuführen, hat man laut Spring schon andiskutiert. «Uns geht es aber vorerst darum, den Stein ins Rollen zu bringen. Wenn dann andere Quartiere auf den Zug aufspringen, umso besser.»
«Problem bekannt»
«Wir haben den Brief der IG Ifangstrasse erhalten», bestätigt Hochbauvorstand Heinz Lusti. Das Problem sei bekannt und im Rahmen der kommunalen Verkehrsplanung bereits diskutiert worden. Diese ist seit Oktober 2009 in Arbeit und soll noch im laufenden Jahr der Bevölkerung vorgelegt werden. «Der kommunale Verkehrsplan beinhaltet die allgemeinen Problemfelder und mögliche Massnahmen, diese anzugehen», so Lusti weiter. Die Schnellfahrer seien allerdings nicht in erster Line ein Problem auf dem hinteren Teil der Ifangstrasse, sondern vor allem auf der Rümelbachstrasse am Schulhaus vorbei. «Dort gibts eine längere Strecke ohne Verkehrsberuhigung.» Doch dazu stelle sich auch immer die Frage, welche Massnahmen zu welchen Kosten realisiert werden können. «Wir hätten dort gerne schon etwas gemacht, hatten aber bisher die Mittel dazu nicht.»