Die Behinderten-Sportgruppe Rümlang nahm am 49. Sporttag in Magglingen teil
Wo die Freude über sich hinauswächst
Am Sonntag haben 13 Behinderte aus dem Unterland am nationalen Plusporttag in Magglingen teilgenommen.
Martin Alleman
Corinne Hauser strahlt beim Absolvieren ihrer Schwimmdistanz: Im Kühlen lässt es sich aushalten. (alm)
Plusport Schweiz setzt sich seit 50 Jahren für Menschen mit Beeinträchtigungen ein. Zum Jubiläum gab es beim Magglinger Sport- tag besondere Attraktionen. Bei brütender Hitze massen sich die Unterländer Sportlerinnen und Sportler in verschiedenen Leichtathletikdisziplinen mit 1300 anderen. Mal stiessen sie Eisenkugeln, machten Tempo im Rollstuhl oder sprangen so weit wie möglich. Gefordert waren neben Koordination, Beweglichkeit, Ausdauer, auch Kraft und Schnelligkeit. Einige hatten trainiert, andere nahmen es gemütlicher, knüpften oder pflegten Kontakte.
Disziplin Rüeblikuchenessen
Beim speziellen Kantone-Parcours konnte man unter anderem für «Mostindien» Äpfel schälen, einfach nur Aargauer Rüeblikuchen essen oder «blind» Tandemfahren (Kanton Bern). Natürlich gab es auch Besuch von dort: Bundesrat Ueli Maurer schob unter wachsamem Auge von Gilbert Gress sanft den Prominentenfussballmatch an.
«Am Ende der Welt» heisst ein Stadion der Magglinger Sportstätte. Fertig ist inzwischen auch die Fussball-WM. Am letzten Sonntag stand der Final aber noch bevor. Als die Dribbelkünstler der Laureus-Foundation und das «Football for all»-Team gegeneinander an-traten, war das also praktisch ein vorgezogenes Finalspiel. Fussballexperte Gilbert Gress war vom Gebotenen sehr angetan: «Es ist schön zu sehen, mit wie viel Herzblut sie agieren.» Keine Diskus-sionen gab es auf dem Rasen. Luigi Ponte, Chef der Schweizer Schiedsrichter, hatte die Partie voll im Griff.
Die Möglichkeiten, sich neben dem Wettkampfgeschehen zu vergnügen, waren vielfältig. Sieben Regionalverbände warteten mit spezifischen Aktivitäten und Kulinarischem auf. Aber auch der «Denk an mich»-Parcours oder die Spiele des «Axpo Kids & Family Day» wollten ausprobiert sein. Schliesslich wurden nach Donner, einigen Blitzen, aber keinem Regenguss vom Jura-Nordfuss, die Ehrungen vorgenommen. Mit Medaillen um den Hals sanken die Unterlän- der Behinderten-Sportlerinnen und -sportler müde und meistens zufrieden in die Carsitze.
Appetit auf mehr
Zwei Stunden später war indes von Erschöpfung keine Spur mehr zu sehen. Im Regensdorfer Hotel Mövenpick war der Appetit gross. Das half, den persönlichen Salzhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. «Sport ist schön, aber ich geniesse es hauptsächlich, Leute zu treffen, die ich kenne», lacht Katja Meier.