«Ein Jahr ohne Unterlandstafette für mich unvorstellbar», sagt Walter Rüegg und lacht. Angefangen habe alles vor fünf Jahren. «Damals fragte mich der OK-Präsident an und ich trommelte ganz spontan fünf Arbeitskollegen zusammen für ein Team», sagt der Niederglatter, und seither starten sie jedes Jahr an der Stafette (siehe Kasten). Arbeit und Freizeit zusammen ob das gut geht, fragt sich wohl so manch einer. «Es funktioniert perfekt. Beim Sport lässt niemand den Chef raushängen. Da sind wir ein eingeschworenes Team», betont Rüegg.
Der gemeinsame Arbeitsplatz, die Maschinenfabrik Bachofen+MeierAG in Bülach, erweist sich sogar als hilfreich für die Organisation des Trainings. Jeden Donnerstag über den Mittag tauschen Buchhalter, Konstrukteure und Projektleiter nämlich Krawatte gegen Sportoutfit und ziehen Seite an Seite joggend Richtung Flughafen oder Autobahn.
Name soll Glück bringen
«Wir machen dann locker acht Kilometer. Die Moral ist ausgezeichnet, obwohl die Trainingszeit nicht als Arbeitszeit angerechnet wird», meint er. Doch das könne sich schnell ändern, wenn das Team den Bülacher Firmennamen dank ihres sportlichen Erfolgs dereinst glorreich in alle Lande trage. «Spass beiseite. Das wird nie und nimmer passieren», meint Rüegg, denn die sportliche Truppe hat keine Aussicht auf einen Siegerplatz. Allerhöchstens für den Namen «Success through Fun for the Fifth Time» zu Deutsch: «Zum fünften Mal Erfolg durch Spass» könnten sie vielleicht mit viel Glück einen Preis einheimsen.
Halbprofis und Laien
Walter Rüegg geht allerdings seit drei Jahren nicht mehr mit seinen Arbeitskollegen, sondern als Single in allen Disziplinen an den Start. «Ich habe diesen Schritt getan, um auch mal unter den ersten Zehn zu sein», sagt er. Denn zur Zeit seines Wechsels gab es in der Kategorie Singles nur acht Teilnehmer. «Doch kaum hatte ich gewechselt, stieg die Teilnehmerzahl bei den Singles konstant an», erklärt er. Also wieder nichts mit einer guten Platzierung. Doch Rüegg nimmts gelassen und meint, «das macht ja gerade den Reiz der Unterlandstafette aus. Jeder kann antreten. Der Halbprofi mit Topausrüstung und der blutige Laie mit seinem Drahtesel. Es geht einfach nur um den Plausch.»
Das Jahr über dopt sich Walter Rüegg mit Kaffee. Doch kaum naht die Unterlandstafette, legt er einen Zahn zu. «Eine Woche vor dem Wettkampf fülle ich meinen Kohlenhydratspeicher mit Teigwaren. Am Tag der Entscheidung dürfen isotonische Getränke, Powerriegel und Gel nicht ausgehen.»
Auf gehts zur Unterlandstafette
Für die 29. Unterlandstafette am 29. Januar kann man sich immer noch anmelden. «Erfreulich ist, dass wir bereits jetzt mehr Anmeldungen haben als letztes Jahr. Vielleicht liegt das unter anderem daran, dass es ein familiärer Anlass ist, bestens organisiert und für alle geeignet, die Spass am Sport haben», meint Peter Ascari vom OK-Team. Das sportliche Kräftemessen für die ganze Bevölkerung wird in sechs Disziplinen ausgetragen. Schwimmer, Eisund Crossläufer, Radrennfahrer, Radcrossfahrer und Inlineskater gehen in leistungsabhängigen Kategorien an den Start. Anmelden kann man sich unter www.unterlandstafette.ch.
Bei allen Wettkämpfen sind Zuschauer willkommen. Sehenswert ist unter anderem das Militärradrennen. 30 Männer in Uniform und mit strammen Waden werden 31 Kilometer unter die Pneus ihrer Old-timer-Velos nehmen. Start des Militärradrennens ist um 11.30 Uhr bei der Kaserne Bülach.
