Regensdorf
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Von Drogen und Krokodilen
Anhand von teils traurigen und teils lustigen Beispielen informierte der Samariterverein Regensdorf über die in der Schweiz verbreiteten Drogen. Bild: Archiv Nicole Allemann, Referentin und Rettungssanitäterin
Eine Wasserpfeife mit Haschisch und ein Koffer voller Drogen. So sah die Deko in der Aula des Schulhauses Ruggenacher 1 am Freitag aus. Doch es fand nicht etwa eine berauschende Party statt, sondern ein Vortrag über Drogen.
Andrea Klemenz

«Macht euch keine Hoffnungen, das sind nur Attrappen. Und vom Gras würde es euch höchstens übel werden!» In breitestem Berndeutsch begrüsste die Rettungssanitäterin bei Schutz und Rettung Zürich, Nicole Allemann, letzten Freitag ihr Publikum. Doch die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer, hauptsächlich Mitglieder des Samaritervereins Regensdorf, aber auch Gäste, kamen nicht, um eine illegale Kostprobe zu erhaschen, sondern um einem spannenden Vortrag über Drogen zu lauschen. Und sie wurden nicht enttäuscht: Mit ihrer lockeren und sympathischen Art zog die Bernerin das Publikum schnell in ihren Bann und vermittelte professionell einen Überblick über die in der Schweiz verbreiteten Drogen und deren Auswirkungen auf den menschlichen Körper. Um das Theoretische zu illustrieren, griff sie immer wieder zu teils lustigen, teils traurigen, teils haarsträubenden Beispielen aus ihrem spannenden, aber sicherlich nicht immer einfachen Arbeitsalltag. So erzählte sie zum Beispiel von einem Kokainkonsumenten, der mit einem zweifach gebrochenen Handgelenk herumlief, weil er durch seinen Drogenkonsum das Schmerzgefühl verloren hatte. Oder von einem Mann, der LSD geschluckt hatte und halluzinierte, er sei Tarzan, und sich vom Balkon auf einen Baum schwingen wollte. Oder von den Kiffern, die einfach mal eine Schulter zum Ausheulen brauchen.

Benzingemisch zum Spritzen

In ihrem Vortrag machte Nicole Allemann auch auf eine relativ neue Substanz aus Russland aufmerksam, nämlich das Desomorphin. Dabei handle es sich um ein Gemisch aus Benzin, Salzsäure, Codein und Jod oder rotem Phosphor alles Stoffe, die in Russland leicht erhältlich sind.

Die Droge werde wie Heroin gespritzt und habe auch eine ähnliche Wirkung, doch als «Droge des armen Mannes» koste sie nur gerade ein Viertel von dem, was man für Heroin bezahle. Menschen, die diese Droge konsumierten, hätten eine Lebenserwartung von etwa einem Jahr. Da das Gewebe um die Einstichstelle einfach absterbe und sich grüne Schuppen bildeten, werde die Droge auch «Krokodil» genannt. «Die Bilder, die ich euch gleich zeigen werde, sind nichts für empfindliche Gemüter, also schaut vielleicht kurz weg», warnt die Referentin. Und die Neugier wurde tatsächlich mit nichts Schönem belohnt. In der Schweiz seien zum Glück noch keine Fälle von Abhängigen bekannt geworden, in Deutschland aber vereinzelt schon. «Man wird sicher noch davon hören», prophezeite sie.

Am Vortrag anwesend war auch Sarah J. von der Stadtpolizei Zürich, die ebenfalls über viel Erfahrung im Umgang mit Drogenkonsumenten verfügt und einen Koffer mit Drogenattrappen mitbrachte. Beide standen dem Publikum im Anschluss an den gut zweistündigen Vortrag bei einem kleinen Apéro Rede und Antwort.

   
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