Dübendorf
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Petition für reine Luft
437 Unterschriften gegen üble Gerüche: André Csillaghy (rechts) hat Stadtpräsident Lothar Ziörjen die Petition der IG Stinkfabrik überreicht. Bild: ml
Riechstoff-Hersteller Givaudan beleidigt die Nasen der Anwohner. Jetzt fordert die IG Stinkfabrik in einer von 437 Personen unterschriebenen Petition Lösungen von der Stadt.
Martin Liebrich

Die Unterschriften sind der IG Stinkfabrik buchstäblich zugeflogen. 437 Personen haben bis am Dienstagnachmittag die Petition «Hier stinkt's» unterschrieben - gestern Donnerstag wurde sie dem Dübendorfer Stadtpräsidenten Lothar Ziörjen überreicht. «Innert weniger Monate haben wir als kleine IG mit geringem Aufwand auf unseren Spaziergängen die Unterschriften zusammengebracht», erklärte Sprecher André Csillaghy das Vorgehen. In 500 Briefkästen waren die Unterlagen verteilt worden; ausserdem konnten die Unterschriftenbögen im Internet von der IG-eigenen Site www.stinkfabrik.ch heruntergeladen werden. «Die meisten kamen per Post zurück, was heisst, dass auch die Portokosten nicht gescheut wurden», sagt Jürg Gasser von der IG.

Lösung innert Jahresfrist?

Nun wird von der Stadt Dübendorf gefordert, dass sie sich «mit allen ihr möglichen Mitteln» dafür einsetzt, dass das Problem innert Jahresfrist behoben wird. Ausserdem soll eine zuständige Stelle geschaffen werden, welche die Klagen jener entgegennimmt, die von den freigesetzten Gerüchen der Givaudan betroffen sind. Diese Stelle soll sich dafür einsetzen, dass die Ursachen der Gerüche unterbunden werden können. Die Unterzeichner der Petition wiesen auch darauf hin, dass man sich seitens der Stadt nicht ernst genommen fühle.

Stadtpräsident Ziörjen zeigte Verständnis für die Anliegen der Anwohner und versprach, sich im Stadtrat dafür einzusetzen. «Ich kann mir gut vorstellen, dass wir die Forderungen aufnehmen und uns für eine nachhaltige Verbesserung einsetzen.» In einem ersten Schritt wird die Petition beantwortet. Wobei Ziörjen klarstellt: «Wir haben die Anwohner immer ernst genommen.» Allerdings stehe die Stadt dem stinkenden Problem auch ab und zu etwas hilflos gegenüber.

Schon Millionen investiert

Der Riechstoff-Hersteller hat bereits einmal neun Millionen Franken in Filteranlagen investiert. Danach roch es in den Nasen der Anwohner nicht mehr nach Zwetschgenkompott oder Beerenkonfitüre, sondern nach Erbrochenem oder Aas.

«Wir sind müde, das Spiel der Fabrikanten zu spielen», sagte Csillaghy nun. Man habe Hunderte von Malen mitgeteilt, wonach es rieche ohne dass die Quelle eruiert werden konnte. Genau darin liegt das Problem: Es konnte noch nicht eruiert werden, wo und weshalb die Gerüche überhaupt entstehen.

Was die investierte Summe zur Verbesserung der Situation betrifft, geht Csillaghy gleichsam der Nase nach: «Das ist eine Zahl. Für die Nachbarschaft der Fabrik ist aber nicht die Zahl relevant, sondern die Methode, mit der die Gerüche unterbunden werden.» Und diese sei ungenügend.

   
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