1069 Medaillen an Schweizer Meisterschaften, davon beeindruckende 494 goldene, zwei Europameisterschafts-Medaillen und ein Weltmeistertitel: Dies ist die Erfolgsbilanz des Schwimmclubs Uster Wallisellen (SCUW) seit 1976, dem Jahr, in dem Philippe Walter in den Vorstand gewählt wurde.
Seit bald 40 Jahren widmet Walter einen Grossteil seiner Freizeit dem Sportverein. Seine Laufbahn begann er bereits 1973 als Trainer. Seit 1983 ist er Präsident. Seither beträgt der Arbeitsaufwand rund zehn bis zwölf Stunden pro Woche. Als Trainer war er immer bei den abendlichen Trainings der Schwimmer anwesend, und noch heute erledigt er alle Arbeiten für den Verein im Frondienst. Für seine ausserordentlichen Leistungen als Cheftrainer und Präsident in den letzten 25 Jahren wurde ihm am vergangenen Freitag der mit 5000 Franken dotierte Sportpreis der Stadt Uster übergeben. «Der Preis erfüllt mich mit Stolz», so Walter. Er betont jedoch, dass er die Anerkennung, welche er mit dem Preis erhalten hat, gerne gleich an sein Team weitergeben möchte. Auch dieses habe sehr viel geleistet und verdiene den Preis genauso wie er.
Unterstützung durch die Familie
Walter hebt auch hervor, dass ohne die Unterstützung seiner Frau und seiner Tochter der grosse Arbeitsaufwand beim Schwimmclub nicht möglich wäre. Immer wieder erwähnt er, dass ihm seine Position beim Club grosse Freude bereite. Ohne diese Begeisterung hätte er all diese Aufgaben nie so lange ausgeführt. «Für mich ist das Engagement für den SCUW ein Hobby, in das ich viel Zeit investiere, das mir aber gleichzeitig Freude macht», so Walter. Der 63-Jährige hat neben seiner freiwilligen Tätigkeit immer auch seine berufliche Karriere verfolgt und ist seit Jahren Mitglied der Direktion der Krankenkasse Helsana. «Meine Arbeitseffizienz erlaubt mir, viele Tätigkeiten gleichzeitig auszuüben und für jede genug Zeit zu finden», erklärt Walter.
Walters sportliche Karriere hat aber erst relativ spät angefangen: «Ich kam als 15-jähriger aus Kamerun heimgekehrter Auslandschweizer durch einen Kollegen zum Schwimmen und war während meiner aktiven Schwimmerkarriere eher ein mittelmässiger Sportler.» Im Traineramt hatte er bedeutend mehr Erfolg. «Ich denke, dass ich gut motivieren und auf andere eingehen kann.» Er könne aber durchaus konsequent sein und auch einmal Nein sagen. Natürlich seien Erfolgserlebnisse auch für ihn als Trainer und Funktionär stets ein Ansporn gewesen. «Der Wille des Sportlers, gewinnen zu wollen, muss aber da sein», ist Walter überzeugt.
Bewegung im Element Wasser
Walter hegt eine grosse Faszination für das Element Wasser. «Es ist eine besondere Materie, wir bewegen uns nicht jeden Tag darin, nicht so, wie wir uns an der Luft bewegen», erklärt Walter. Den schnellen Schwimmer mache die gute Technik aus. Jeder Schwimmer müsse sich an diese andere Physik im Wasser zuerst gewöhnen. Für den Trainer sei die bedeutendste Frage jene, wie er seinen Athleten schneller machen könne.
Für Walter liegt das Ziel des Schwimmsports darin, die Bewegungen im Wasser so zu optimieren, dass der Widerstand geringer werden kann: «Wir sind, was die Kenntnisse über die Physik des Wassers betrifft, immer noch viele Jahre im Hintertreffen.» Als Vergleich nennt er die Leichtathletik, insbesondere den 100Meter-Lauf. Dort sei das Potenzial weitgehend ausgeschöpft. «Ich bin überzeugt, dass im Schwimmsport noch grosse Verbesserungen möglich sind.» Für Walter bleibt sein Sport also spannend.
Ein Verein mit Warteliste
Dass der Schwimmsport Zukunft hat, untermauern die Mitgliederzahlen des Schwimmclubs Uster Wallisellen, welche in den letzten 20 Jahren stetig angestiegen sind: «Mittlerweile haben wir rund 300 aktive Mitglieder und eine Warteliste von 100 bis 150 Kindern. Wir müssen uns momentan definitiv keine Nachwuchssorgen machen», meint Walter zufrieden. Und deshalb denkt der Präsident jetzt nicht ans Aufhören: «Solange mir die Tätigkeit Freude bereitet, bleibe ich dabei. Und im Falle eines Rücktritts haben wir fähige Leute in unserem Vorstand.»
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