Dübendorf. Nachgefragt
Online seit 27.01.2012 0:00
«Wir investieren laufend in Verbesserungen»
Vergangene Woche reichte die IG Stinkfabrik eine Petition bei der Stadt Dübendorf ein: Die Anwohner haben genug von dem Gestank. Nun nimmt die Givaudan Stellung.

Die Fragen des «Glattalers» beantwortet Heini Menzi. Company Manager Zurich der Givaudan Schweiz, Dübendorf

Ihre Reaktion auf die Petition?

Menzi: Wir nehmen sie natürlich ernst, aber grundsätzlich sind Düfte immer eine subjektive Wahrnehmung.

Dann sagen Sie, dass es rund um Ihre Fabrik nicht stinkt?

In der Regel sind wir geruchsneutral. Es kann aber ab und zu vorkommen, dass es nicht gut riecht. Bei starkem Wind beispielsweise verteilt es den Duft weiter um die Fabrik herum oder beispielsweise, wenn etwas mit starkem Fleischaroma gemischt wird, dann rufen die Leute eher an, als wenn es nach Vanille duftet.

Sie sind im Duftbusiness zu Hause, sollte es da nicht eher gut riechen?

Die Aromen, mit denen wir arbeiten, sind hochkonzentriert. Da kann ein sonst angenehmer Schoggi-Duft allenfalls unangenehm riechen. Wir wollen die Düfte aber möglichst nicht entweichen lassen.

Sie haben zwölf Millionen Franken in neue Filteranlagen investiert. Warum hat das anscheinend - hört man auf die IG Stinkfabrik - nichts gebracht?

Die Investitionen haben sehr viel gebracht. Man darf nicht vergessen, dass die Givaudan seit über hundert Jahren am Standort Dübendorf ist. Seither hat die Produktivität unserer Firma zugenommen, gleichzeitig gibt es viel mehr Häuser in der Nachbarschaft. Tatsache ist, dass wir seit 1991 laufend in Verbesserungen investieren und die Emissionen dadurch gewaltig reduziert haben.

Welche Verbesserungen zum Beispiel?

Unsere Räumlichkeiten stehen unter permanentem Unterdruck und kein Fenster wird bei uns geöffnet. Somit kann kein Duft entweichen. Die Luft wird abgesaugt. Auf dem Dach stehen zwei Typen von Abluftreinigungsanlagen, welche pro Stunde über 200?000 Kubikmeter Luft reinigen. Wir arbeiten eng mit dem Awel zusammen und leisten auf dem Bereich Geruchsemissionen wertvolle Innovationsarbeit. Wir lernen laufend dazu, auch die Wissenschaft entwickelt sich immer weiter.

Was macht die Forschung auf dem Gebiet der Geruchsemission schwierig?

Der Grundstoff, mit dem wir arbeiten, ist nicht giftig, sondern flüchtiger Zusatz zu Lebensmitteln und Getränken. Diese ganze Thematik ist äusserst vielschichtig und ganzheitliche Lösungen sind schwierig zu realisieren.

Trotz gereinigter Luft riecht es teilweise immer noch rund um die Givaudan herum. Warum?

Es gibt heikle Stellen, an denen Düfte entweichen können. Ein Ort ist die Abfallsammelstelle. Wir werden daher demnächst ein abgedichtetes Abfallzentrum bauen.

Die Anwohner wollen eine Lösung innert Jahresfrist. Wird es die geben?

Das ist eine politische Forderung. Was ich versprechen kann ist, dass wir uns um Verbesserungen bemühen. Im Frühling planen wir zudem einen Rundgang durch die Fabrik mit allen interessierten Nachbarn. Mit der IG sind wir jederzeit bereit zu sachlichen Diskussionen.?

(moa)

   
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