Horgen

Brand wütete in Seniorenresidenz

40 Bewohner der Tertianum-Residenz Horgen mussten in der Nacht auf Freitag evakuiert werden. Ein Brand zerstörte eine Wohnung und beschädigte eine zweite. Drei vorübergehend hospita­lisierte Personen konnten ­wieder entlassen werden.

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Kurz vor 1.30 Uhr spielten sich dramatische Szenen in der Tertianum-Residenz Horgen an der Asylstrasse ab. Aus einer Zweizimmerwohnung im ersten Obergeschoss im Haus West schlugen meterhohe Flammen und liessen die Scheiben der Wohnung darüber bersten. Zum Glück konnten die beiden Einzelbewohnerinnen rasch und unverletzt aus dem Gefahrenbereich geleitet werden.

Zwei Personen aus angrenzenden Wohnungen wurden ebenfalls gerettet und wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung ins benachbarte See-Spital Horgen gebracht. Auch ein Feuerwehrmann wurde aus demselben Grund dort untersucht. 40 Personen wurden aus dem Haus West evakuiert.

Der Feuerwehr des Stützpunkts Horgen-Hirzel gelang es mit 60 Leuten, den Brand auf die beiden Wohneinheiten zu begrenzen. Technisch und taktisch war es gemäss Kommandant Björn Linsi «ein 08/15-Einsatz». Mit zwei Tanklöschfahrzeugen, einer Autodrehleiter und mit Innenlöschangriffen unter Atemschutz sei man effizient vorangekommen.

Hoher Sachschaden

Die Wohnung, in der das Feuer ausbrach, ist vollständig ausgebrannt. Auch die zweite ist derzeit unbewohnbar, obwohl es dort nur zu Russ- und geringfügigen Hitzeschäden an der Fensterfront gekommen ist. Die betroffenen Gäste wurden bereits in Ersatzwohnungen im Tertianum untergebracht.

Die Kantonspolizei schätzt den Sachschaden auf über 200 000 Franken. Die Ursache des Feuers ist zurzeit noch unklar. Sie wird durch Spezialisten des Brandermittlungsdienstes der Kantonspolizei Zürich untersucht.

Seelsorger für Betreuung

«Das Notfallkonzept hat sehr gut funktioniert», sagt Mathias Knecht, Geschäftsführer im Tertianum Horgen. Auch die Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Polizei und See-Spital sei vorbildlich gewesen. «Das ist das Erfreuliche an diesem Unglück.»

Knecht schildert, welche Vorkehrungen in der Nacht getroffen wurden. Die evakuierten Personen wurden getreu Sicherheitshandbuch ins Restaurant der aus vier Gebäuden bestehenden Anlage geführt. Dort seien sie vom Personal betreut und informiert worden. Auch ein Seelsorger wurde aufgeboten. Später stand auch eine Notfallpsychologin zur Verfügung. Bereits nach zwei Stunden konnten mit Ausnahme der Bewohnerinnen der beschädigten Wohnungen alle Personen wieder in ihre Zimmer geführt werden. Insgesamt leben im Tertianum Horgen 82 Gäste, 22 Pflegegäste und 13 Akutpatienten.

«Hervorragend reagiert»

Michael Oldani, Mitglied der Geschäftsleitung der Tertianum AG, äussert sich erleichtert zum Brand. «Es ist beruhigend, zu sehen, dass, wenn so etwas passiert, das Personal hervorragend nach unseren Vorgaben reagiert.» Nach Ermittlung der Brandursache sollen die beschädigten Wohnungen so rasch wie möglich renoviert werden.

Das Tertianum führt 71 Alterszentren in 16 Kantonen mit rund 4600 Bewohnern sowie circa 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. (mst)

Erstellt: 17.02.2017, 16:38 Uhr

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