Eglisau

Eglisauer Schüler schnuppern Bundeshausluft

Das wird den Sekundarschülern aus dem Städtchen unvergessen bleiben: In der Projektwoche «Schulen nach Bern» durften sie im Nationalratssaal über Initiativen debattieren und Politik hautnah erleben.

Die Eglisauer Schülerinnen und Schüler hatten ihren Spass an der Projektwoche im Bundeshaus.

Die Eglisauer Schülerinnen und Schüler hatten ihren Spass an der Projektwoche im Bundeshaus. Bild: Olav Brunner

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Die vergangene Woche hatte es in sich. Am Montag fuhren 17 Schülerinnen und Schüler der drei Sekundarschulstufen nach Bern, begleitet durch die Lehrerinnen Tanja Wolff und Carolyn Lutterbeck. Dort erwartete sie ein anspruchsvolles Programm. Während einer politisch unabhängigen Projektwoche des Vereins «Schule nach Bern» konnten sie am Pulse des Geschehens durch ein Planspiel die nationale Politik kennenlernen. Seit acht Jahren werden durch den Verein fünf Projektwochen pro Jahr organisiert, an denen je fünf Schulklassen aus zwei Sprachgebieten teilnehmen. Die Eglisauer Schüler trafen auf Klassen aus Berikon, Glarus, Sierre und Aubonne.

Bereits nach den Sommerferien begannen die beiden Lehrerinnen die Schulkassen auf die Projektwoche vorzubereiten. Zuerst mussten die Schüler eine eigene Partei gründen. Sinnigerweise nannten sie diese «Brugge», in Anlehnung an die geschützte Eglisauer Eisenbahnbrücke und an das Brückenbauen zwischen verschiedenen Parteien. Dann formulierten sie eine Initiative «Elternschafturlaub von sechs Monaten». In Eglisau mussten 100 Unterschriften gesammelt werden damit die Initiative angenommen wurde. Die Schüler lernten Begriffe wie Petitionen, Motionen und Referenden kennen.

Das erlernte Grundwissen erlaubte den Schülern, vom anspruchsvollen Wochenprogramm zu profitieren. Während einer offiziellen Eröffnungsfeier am Montag galt es einen Nationalratspräsidenten zu wählen und die Fraktionspräsidenten hatten Gelegenheit, ihre Fraktion vorzustellen. Am Dienstag folgten Fraktions- und Kommissionssitzungen. Und am Mittwoch stellte sich BDP-Nationalrätin Rosmarie Quadranti aus Kindhausen bei Volketswil für Fragen zur Verfügung. Am Nachmittag durfte die Klasse die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland besuchen.

Erfreute Alt-Bundesrätin

Lehrerin Lutterbeck begleitete das erste Mal eine Klasse in Bern. Sie ist von der Projektwoche begeistert: «Ich finde die Planspiele sehr wertvoll. Die Politik wird den Schülern nähergebracht und weckt vielleicht den Wunsch, selber einmal in die Politik einzusteigen.» Während der ganzen Woche stand ihr eine Studentin der pädagogischen Hochschule in Bern beim organisieren des Tageablaufs bei. Schülerin Leoni Bucher war mit dem bisher Erlebten zufrieden: „Ich wollte den Politik-Betrieb und andere Klassen kennenlernen. Meine Erwartungen wurden erfüllt.»

Und dann kam der grosse Auftritt, die vierstündige Session im Nationalratssaal. Mit bemerkenswerter Klarheit trugen die Schüler und Schülerinnen ihre Voten vor. Alt-Bundesrätin Elisabeth Kopp vertrat die Beschlüsse des Bundesrates. Auch sie ist vom Projekt begeistert: «Ich finde es eine ganz tolle Sache und es freut mich, wenn ich den jungen Menschen Politik näher bringen kann.» Vorne, unter dem Sitz des Ratspräsidenten, amtete Mike Ronhaar aus Eglisau als einer der vier Stimmenzähler. Schüler Jovin Jucker, Parteipräsident der «Brugge»- Partei, war über das positive Abstimmungsresultat für seine Initiative, 54-Ja zu 37-Nein, glücklich: «Und es hat viel Spass gemacht.»

Selbsbewusst am Rednerpult

Die Schüler aus Eglisau fielen durch eine besonders rege Teilnahme an den Diskussionen auf. Bei allen Debatten traten sie selbstbewusst ans Rednerpult und äusserten sich zu den vorliegenden Themen. Das Schusswort hielt der Präsident des Dachverbandes Schweizer Lehrerinnen und Lehrer, Beat Zemp. Er stellte fest, dass Demokratie eine anspruchsvolle politische Einrichtung sei und er lobte die intensive Arbeit und das disziplinierte Engagement der Schüler: «Es wäre schön, wenn auch die richtigen Nationalräte den Debatten so aufmerksam folgen würden.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 17.02.2017, 13:57 Uhr

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