Opfikon

Ganze Welt logierte kurzzeitig in Opfikon

Seit 30 Jahren beschreiben die Herausgeber der Opfiker Neujahrsblätter Episoden aus der Stadt. In der neuesten Ausgabe schildert ein ehemaliger Mövenpick-Hoteldirektor die Entwicklung der Hotellerie in Opfikon.

Zusammen mit Verfasser Riet Pfister (links) präsentierten Stadtpräsident Paul Remund und Yolanda Berner, Leiterin der Arbeitsgruppe, die neuste Ausgabe des Opfiker Neujahrsblatts.

Zusammen mit Verfasser Riet Pfister (links) präsentierten Stadtpräsident Paul Remund und Yolanda Berner, Leiterin der Arbeitsgruppe, die neuste Ausgabe des Opfiker Neujahrsblatts. Bild: Francisco Carrascosa

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Was passiert, wenn in einem Hotel alle weiblichen Angestellten streiken? Am 14. Juni 1991 rief der Schweizerische Gewerkschaftsbund unter dem Slogan «Wenn Frau will, steht alles still» zum Frauenstreiktag auf. Im Opfiker Mövenpick-Hotel Holliday Inn stand damals nichts still. Bis am späten Abend war sich der damalige Hoteldirektor Riet Pfister nicht zu schade, zusammen mit weiteren männlichen Angestellten Zimmer zu reinigen, Betten neu zu beziehen und im Restaurant Gäste zu bedienen.

Diese Episode war eine von vielen, die der Verfasser des Neujahrsblatt 2017 Pfister, bei der Vernissage am Sonntag erzählte. In der neusten Ausgabe wird über die Geschichte der Opfiker Hotelleriegeschichte ab dem Jahr 1960 berichtet – eine bewegte Zeit. Vor 55 Jahren herrschte in Zürich, im Zusammenhang mit dem aufstrebenden Luftverkehr, ein grosser Hotel-Bettenmangel. Fluggäste mussten bis nach Luzern oder St. Gallen reisen, um eine Übernachtungsgelegenheit zu finden.

Durch den Bau von fünf Grosshotels, darunter das 1970 erbaute, erste Hilton in der Schweiz, vergrösserte sich das Bettenangebot um 2500 Einheiten, die Gäste mussten nicht mehr «fremdgehen». Der Tages-Anzeiger titelte damals: «Zürich wird dank dem neuen Hilton-Hotel zur Weltstadt» – obschon das Hotel bis heute auf dem Zett-Meyer Grundstück in Opfikon steht.

Yolanda Berner leitet die Arbeitsgruppe Neujahrsblatt. Sie tritt die Nachfolge von Urs Studer an, der zehn Ausgaben begleitete. Dem fünfköpfigen Team gehören neu Sabrina Eugster und Dominic Studer an. Bei der Begrüssung der über 80 Vernissage-Besucher dankte Stadtpräsident Paul Remund der Arbeitsgruppe für ihr Engagement, jedes Jahr ein Stück Opfiker Geschichte aufzuarbeiten und zu dokumentieren. Zusammen mit dem Neujahrsblatt erscheint auch die Chronik des vergangenen Jahres, mit bemerkenswerten Ereignissen aus Sport, Kultur und Politik.

Mehr Hotelgäste als Bern

Interessant ist im Neujahrsblatt die Präsentation einer Grafik, die gezählte Logiernächte im Lauf der Jahre im Kanton Zürich aufzeigt. Ölkrisen, Wechselkursschwankungen oder der Golfkrieg liessen die Anzahl der Logiernächte sinken, wirtschaftlicher Aufschwung hatte auch einen positiven Einfluss auf die Hotel-Übernachtungen. Ende der Achtzigerjahre verzeichnete Opfikon mit seinen Grosshotels mehr Übernachtungen als die Stadt Bern.

Und der Hotelboom in der Flughafenregion ist ungebrochen. Neben dem Dorint-Hotel beherbergt seit 2014 das Kameha Grand im Glattpark und ein weiteres Ibis-Hotel an der Flughofstrasse Gäste aus aller Welt. Geplant sind zwei neue Hotels in Rümlang, zwei in Wallisellen und ein Hyatt-Hotel im Circle-Projekt mit 550 Zimmern. Zurzeit stehen den Gästen in Opfikon 1829 Hotelzimmer zur Verfügung.

Hoteldirektor Riet Pfister, er leitete während 16 Jahren das Mövenpick Hotel Zürich Airport, machte auch auf Änderungen im Management von Hotelbetrieben aufmerksam: «In meiner Zeit konnte ich zur Weihnachtszeit noch eine Kutsche organisieren, um Gäste am Flughafen abzuholen. Heute wäre solch einsame Entscheide undenkbar, dazu beeinflusst die Digitalisierung die Hotellerie zunehmend.» Pfister wies auch auf die neue Konkurrenz «Airbnb» hin: «20 Prozent der Übernachtungen finden heute schon in durch Privatpersonen angebotenen Unterkünften statt.» Dank guten Beziehungen zu noch aktiven Hoteldirektoren konnte Pfister das Neujahrsblatt mit interessanten Details und Insidergeschichten bereichern. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 09.01.2017, 15:26 Uhr

Neujahrsblatt

Das von Thomas Knöri gestaltete Neujahrsblatt 2017 «Welcome to Opfikon» im Umfang von 24 Seiten liegt im Stadthaus, in den Altersheimen Gibeleich und Tertianum, in der Stadtbibliothek, der Badeanlage Bruggwiesen und in den Sekretariaten der reformierten und katholischen Kirchen auf. Im Internet ist das neue Neujahrsblatt unter www.opfikon.ch, Verwaltung, Publikationen, aufgeschaltet. (bru)

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