Steinmaur

Sich umschauen, wo bald Asylbewerber wohnen

24 Asylbewerber werden in der letzten Märzwoche in die neue Asylunterkunft in Steinmaur ziehen. Am Samstag durfte die Bevölkerung die Räumlichkeiten besichtigen.

Die neue Unterkunft ist ein Neubau, ein schlichter Pavillon. In der letzten Märzwoche ziehen hier 24 Asylbewerber ein.

Die neue Unterkunft ist ein Neubau, ein schlichter Pavillon. In der letzten Märzwoche ziehen hier 24 Asylbewerber ein. Bild: Leo Wyden

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Draussen fegten Windböen über den Pavillon am Grebweg 2 hinweg, drinnen ging es zu und her wie in einem Bienenhaus. Die Bevölkerung von Steinmaur folgte am Samstag in Scharen der Einladung der Gemeinde zum Tag der offenen Tür in der neuen Asylunterkunft. Gemeindepräsident Andreas Schellenberg und die Gemeinderätinnen Beatrice Erni und Liliane Roth standen den Besuchern Red und Antwort zur Wohngelegenheit für 24 zugewiesene Asylbewerber.

Proaktiv informieren, lautete das Credo des Gemeinderates von Anbeginn an, also seit bekannt wurde, dass der alte Standort der Asylunterkunft an der Wehntalerstrasse 48 in Sünikon abgerissen werden muss. Dass der neue Standort mitten im Dorf und zudem neben der Schule liegt, löste im Dorf Befürchtungen und Ängste aus. Der Gemeinderat hielt die Steinmaurer deswegen durch Flyer und das Mitteilungsblatt auf dem Laufenden, mit dem Elternrat wurde eine klärende Sitzung durchgeführt und in vielen persönlichen Gesprächen versuchte man die Bevölkerung sachlich und objektiv zu informieren.

Betreuung durch Gemeinde

Eine Renovation des alten Postgebäudes als neue Asylunterkunft kam aus Kostengründen nicht infrage. Darum wurde am selben Ort für rund 870 000 Franken der Pavillon erstellt, bietet nun Platz für 32 Bewohner und ist in zwei Wohneinheiten mit je acht Zweierzimmern aufgeteilt, jede mit separater Wohnküche, WC und Nasszellen. Beatrice ­Erni erklärte das Fehlen eines Esstisches in der Küche: «Wir haben festgestellt, dass die Asylbewerber, alles Männer, auf dem ­Sofa und auf einem Salontisch essen. Solchen Traditionen können wir Rechnung tragen.»

Die 24 Bewohner beziehen in der letzten Märzwoche ihre neue Unterkunft. Laut Schellenberg kann ihre Zahl variieren, je nach Aufenthaltsstatus oder kantonaler Zuweisung. Betreut werden sie durch die Gemeinde selbst. «Wir wollen direkten Kontakt zu den Leuten haben und auch direkt eingreifen können», erklärte Erni. «Diesen direkten Kontakt haben wir einerseits dank unserem Leiter Sozialdienste, Simon Kurz, der alles managt. Und anderseits dank einer Person, die in unserem Auftrag vor Ort als Kulturvermittler und Übersetzer fungiert.»

Skeptisch, aber sachlich

Marianne Meier, die im Eichli in der direkten Nachbarschaft zur Unterkunft wohnt, war von der Standortwahl überrascht: «Jetzt interessiert es mich, wie die Asylbewerber wohnen und betreut werden.» Ein Besucher, der anonym bleiben will und auch im Eichli wohnt, sagte etwas skeptisch: «Wir hoffen, dass es gut geht. Der Standort ist ja auch so, dass die Bewohner immer irgendwie unter Beobachtung stehen. Solange sie sich an unsere Gesetze und Gepflogenheiten halten, wirds schon klappen.»

Über drei Stunden wurde sachlich diskutiert. Erni konnte denn auch ein sehr positives Fazit ziehen. Gespräche führen will die Gemeinde auch weiterhin, sei es mit der Bevölkerung oder den Bewohnern der Unterkunft. «Unsere Philosophie ist es, präventiv zu arbeiten», sagte Erni. «Wir wollen den Asylbewerbern signalisieren: Wir sind da, auch mit Kontrollen.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 19.03.2017, 16:59 Uhr

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