Jack White ist schon ein Tausendsassa und ich frage mich, wie viele ihn wohl kennen? Man sollte mal auf die Strasse gehen, hier bei uns im Unterland, und eine Umfrage starten und dann staunen, wie wenig bekannt er ist. Dabei hat er das bis dato letzte grosse Gitarrenriff der Rockgeschichte geschrieben: «Seven Nation Army» von den «White Stripes» ist aus keinem Fussballstadion und von keiner Grossveranstaltung mehr wegzudenken. Das verdient Anerkennung. Nach den «White Stripes» gründete er kurzerhand die «Raconteurs», von denen der Schreiber dieser Zeilen in höchsten Tönen zu schwärmen pflegt.
Aber damit nicht genug. Seit etwas über einem Jahr spielt er noch mit «Dead Weather». Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Und nun hat der Workaholic zehn Monate nach dem Debut bereits deren zweites Album veröffentlicht. Dieses Schlachtschiff von einem Rockungetüm mit viel Blues und erdiger Gitarrenmusik, mit harten Riffs und markerschütterndem Schlagzeug kling gefährlich und bedrohlich, schweisstreibend und schmutzig. Und mit jedem Hören kriecht die Musik näher und errichtet eine gewaltige Bluesrock-Mauer direkt vor dem Hörer. Dann wird man überrollt… Marco Wieser
Interpret: The Dead Weather; Titel: Sea Of Cowards; Stil: Rock; Vertrieb: Warner Music