Feuerwehr

Für die Feuerwehr gibts wieder Bier am Abend

Fahrer von Löschfahrzeugen der Feuerwehr dürfen seit Anfang Jahr wieder mit 0,5 Alkoholpromille unterwegs sein.

Christian Meier, Kommandant der Feuerwehr Niederhasli, bekämpfte die Nulltoleranz.

Christian Meier, Kommandant der Feuerwehr Niederhasli, bekämpfte die Nulltoleranz. Bild: Archiv Sibylle Meier

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Seit dem 1. Januar dürfen die Fahrer der freiwilligen Feuerwehr nicht nur Brände, sondern auch wieder ihren Durst löschen. Denn neu gilt für sie auf Einsatzfahrten wieder die Alkoholpromillegrenze von 0,5 statt 0,1. Die Gesetzesanpassung wurde vom Bundesrat im letzten Oktober ­beschlossen und ist per Anfang dieses Jahres gültig. Christian Meier, Kommandant der Feuerwehr Niederhasli und Präsident des Zürcher Feuerwehrverbands, ist erleichtert. «Die Regel mit 0,1 Promille, also de facto Nulltoleranz, war eine grosse Einschränkung für uns Milizfeuerwehren», erklärt der Oberhasler. Deshalb habe er sich im Verband auch bis nach Bern für das Abschaffen der strikten Regel eingesetzt.

Probleme beim Ausrücken

In der Feuerwehr Niederhasli hätte die Abstinenzverordnung einmal tatsächlich dazu geführt, dass die Truppe im Ernstfall nur verspätet ausrücken konnte. «Der erste Fahrer, der eintraf, war nicht fahrfähig», erinnert sich der Kommandant. Er hätte deshalb darauf beharrt, zu warten. «Es dauerte ganze zehn Minuten, bis der nächste Fahrer ­ankam, der auch fahren durfte», berichtet Meier.

Ins Röhrchen blasen müssen die Fahrer der Feuerwehren vor den Einsätzen aber nicht. «Hier kommt die Eigenverantwortung zum Zug», sagt Meier. Dies würde sehr gut funktionieren. So hätte er noch nie betrunkene Leute wegschicken müssen. «Meine Leute merken selber, wenn sie nicht einsatzfähig sind, sei dies nun wegen Alkohol oder weil sie sich krank fühlen», sagt der Kommandant. Die 0,5-Promille-Grenze gilt künftig aber nur bei Notfällen. Bei Übungen und sonstigen Fahrten muss weiterhin auf Alkohol verzichtet werden. «Das hört sich im ersten Moment etwas komisch an», sagt Meier. Der Gedanke dahinter sei aber: Wenn es eilt, dann muss man nicht extra auf einen nüchternen Fahrer warten. Die er­höhte Toleranz gilt ausserdem nur für die Feuerwehrleute, welche sich an das Steuer der grossen Tanklöschfahrzeuge setzen. Lenker von kleineren Fahrzeugen müssen weiterhin abstinent bleiben.

Fahrer sind ausgebildet

Meier sieht kein Problem darin, wenn sich jemand nach dem Feier­abend­bier ans Steuer eines Löschfahrzeugs setzt und sich mit Blaulicht auf den Weg macht. «Ob man dann ein Velo, ein Motorrad, ein Auto oder ein Feuerwehrfahrzeug fährt, spielt keine Rolle», sagt er. Ausserdem seien die Fahrer der Feuerwehr besser ausgebildet als ein durchschnittlicher Autofahrer, der sich ebenfalls mit 0,5 Promille hinters Steuer setzen darf.

Eingeführt wurde die Abstinenzregel für Feuerwehrleute vom Bund 2014 im Rahmen des Programms Via sicura, zu Deutsch: sichere Strasse. Kurz nach der Einführung machten sich die Feuerwehren aber bereits stark für die Abschaffung der Nulltoleranz.

Der Aargauer BDP-Nationalrat Bernhard Guhl reichte schliesslich 2015 einen entsprechenden Vorstoss ein, der am Ende auch vom Bundesrat unterstützt und nun auch umgesetzt wurde.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 08.01.2017, 15:31 Uhr

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