Schöfflisdorf

Coiffeuse zaubert Licht beim Scherenschnitt

Die Coiffeuse Gaby Studer ist auch Scherenschnittkünstlerin. Sie baut ihren Salon «Haaarbar» ins «Atelier Zwänzg» um. Hier werden in Zukunft sowohl Haare als auch Papier unter die Schere kommen.

Gaby Studers Scherenschitte zeigen Schwarzeissmotive, aber auch farbige Momente, wie die beleuchtete Silhouette von Regensberg.

Gaby Studers Scherenschitte zeigen Schwarzeissmotive, aber auch farbige Momente, wie die beleuchtete Silhouette von Regensberg. Bild: Francisco Carrascosa

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ein Handwerker und eine Malerin möbelnden ehemaligen Coiffeursalon gerade auf. Die Waschplätze sind herausgerissen, es riecht nach Dispersion. In wenigen Tagen startet hier das «Atelier Zwänzg», eine Mischung aus Papier- und Haarkunst. Hier, wo jetzt noch farbverspritzter Teppichboden liegt, wird bald ein Aperotischchen stehen. Vernissage-Gäste aus dem ganzen Land werden anstossen und fachsimpeln. Sie werden Scherenschnitte an den Wänden begutachten und manch einer wird sich so ein Unikat erwerben. Bis jetzt deutet allerdings noch nichts darauf hin. Ein Wunder muss noch geschehen. Ein Wunder ist es auch, was Galerieinhaberin Gaby Studer entstehen lässt.

Perfekter Ausgleich

Als Künstlerin spielt sie nämlich mit Schere und Papier und zaubert Licht, das zwischen dunklen Ästen auf Waldboden trifft oder sich mit grosszügiger Selbstverständlichkeit auf einem Winteracker in Szene setzt. Das Städtchen Regensberg mitsamt Schloss, Burgfried und seinen ausgewachsenen Bäumen ist ebenso Sujet, wie der Broadway in New York, Zürich oder das Matterhorn. Ihre ersten Scherenschnittschritte machte Gaby Studer vor vier Jahren an einem Kurs in Winterthur. «Diese stille, detailbesessene Arbeit ist der perfekte Ausgleich zu meinem kommunikativen Beruf Coiffeuse», sagt die 48-Jährige.

Auf der Website von Gaby Studer ist der Werdegang eines Scherenschnitts festgehalten. 100 bis 200 Stunden Arbeit stecken in einem Bild, im Normalfall ist es 30 mal 40 Zentimeter gross, ihr bisher grösster Scherenschnitt hat die Masse 80 mal 80.

Beim Vorbild ausstellen

Im Jahr 2010 traf sie im Berner Oberland den Gastronom Hans-Jürgen Glatz und dessen Scherenschnitte. Die Galerie in seinem Hotel-Restaurant Hüsy in Blankenburg ist so etwas wie das Mekka der Schweizerischen Scherenvirtuosen. Sie entdeckt auch die mit dem Federmesser geschnittenen Objekte des Scherenschnittkünstlers Heinz Pfister, der abgewandt vom traditionellen Stil schneidet. Als Gaby Studer im gleichen Jahr auch noch das Scherenschnittplakat des Schweizer Films Sennentuntschi sieht, ists endgültig um sie geschehen. Mit Haut und Haaren widmet sie sich seither dem Scherenschnitt.

Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass momentan, nur wenige Jahre später, ihre eigenen Bilder im «Hüsy» von Hans-Jürgen Glatz hängen. «Diese Ehre wollen sich meine Scherenschnitte nicht entgehen lassen», sagt sie. Deshalb werden ihre Werke bei der Vernissage in Atelier Zwänzg mit Abwesenheit glänzen und erst später dazustossen.

Haare und Papier bearbeiten

Die Zukunft des «Atelier Zwänzg» wird eine Mischung aus Coiffeursalon und Kunststätte. Gaby Studer wird weiterhin als Coiffeuse arbeiten, allerdings mit reduziertem Pensum. Den einzigen Salonplatz teilt sie sich mit ihrer Geschäftspartnerin Anja Schneider. Dadurch gewinnt sie Zeit, um im «Atelier Zwänzg» an ihren Scherenschnitten zu arbeiten. Die Werke an den Wänden wird man erwerben können. Gaby Studer sagt: «Aber man kann mich auch spontan besuchen, mir bei der Arbeit über die Schulter schauen und die fertigen Werke bestaunen, ohne gleich einen Haarschnitt verpasst zu bekommen oder mit einem Scherenschnitt unter dem Arm nach Hause zu gehen.»

«Atelier Zwänzg», Haarschnitt, Papierschnitt. Die Galerie an der Wehntalerstrasse 20 in Schöfflisdorf, lädt am Sonntag, 15. Januar ab 16 Uhr zur Vernissage ein. Die Ausstellung ist anschliessend bis zum 25. März geöffnet und weitere werden folgen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 11.01.2017, 14:17 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.

Kommentare

Blogs

ADHS Häufig unerkannt: Auch viele Erwachsene leiden an ADHS

Jobsuche Marketing in eigener Sache

Jetzt abonnieren!

Abonnieren und profitieren!

Jetzt abonnieren und profitieren!