Neerach

Das Storchenjahr hat begonnen

Die Störche hatten während des Winters das Neeracherried und den Stadler Kirchturm verlassen. Nun sind sie wieder in die Nester zurückgekehrt. Diejenigen in der Siedlung von Steinmaur hatten mit Problemen zu kämpfen.

Nachdem während der kalten Wochen keine Störche im Neeracherried zu beobachten waren, sind die Vögel 
wieder zurückgekehrt. Gestern waren Exemplare rund ums Nest beim Kreisel zu sehen.

Nachdem während der kalten Wochen keine Störche im Neeracherried zu beobachten waren, sind die Vögel wieder zurückgekehrt. Gestern waren Exemplare rund ums Nest beim Kreisel zu sehen. Bild: Sibylle Meier

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Wer gestern am Kreisel im Neeracherried vorbeifuhr, konnte einen Storch im Nest sehen. Nach den kalten Wintertagen, wo keine Störche mehr im Ried beobachtet wurden, sind sie also wieder zurückgekehrt. «In den letzten Jahren haben immer 15 bis 20 Störche im Ried überwintert, dieses Jahr aber waren sie für eine Weile verschwunden», sagt Stefan Heller, Leiter des Birdlife-Naturzentrums Neeracherried. Die Kälte stelle für die Vögel kein Problem dar, sie seien für sie gewappnet. Jedoch bereite ihnen die Nahrungssuche Schwierigkeiten, wenn der Boden gefroren sei. Um der Nahrungsknappheit zu entgehen, fliegen sie gemäss Heller zum Beispiel nach Ostfrankreich. «Sie gelangen sehr schnell dorthin», sagt der Biologe. Dass in den vergangenen Jahren so viele Störche in der Region geblieben sind – im Ried wurden im November bis zu 70 Vögel gezählt – bringt er mit der Klimaerwärmung in Verbindung.

Der Stadler Storch ist seit Dienstag im Nest

Auch in Stadel sind die Vögel wieder aktiv. Vorgestern Abend hat sich Heinz Nabholz gefreut, als er den ersten Storch dieses Jahres im Nest auf dem Kirchturm gesehen hat. «Ich habe am Seniorennachmittag einen Vortrag über Störche gehalten und habe am selben Abend den ersten Storch dieses Jahres gesehen», sagt er schmunzelnd. Auch gestern morgen hielt sich der Vogel im Nest auf. Nabholz und seine Frau beobachten die Stadler Störche jedes Jahr von ihrem Haus oder dem Hügel Chofel aus und dokumentieren deren Aktivitäten genau. Um welchen Storch es sich handelt, der eingetroffen ist, weiss Nabholz erst, wenn er seine Ringe sieht. Er geht aber davon aus, dass es ein Männchen ist.

«Das Weibchen kommt in der Regel Ende Februar oder Anfang März», sagt Nabholz. Das Brüten geht Ende März los, und etwa im Mai schlüpfen die Jungen. Nabholz hofft, dass 2017 erfolgreicher wird als 2016, welches er in seiner Bilanz als «wahrlich trauriges Storchenjahr» bezeichnet hatte: Alle drei Jungstörche, die auf dem Kirchturm das Licht der Welt erblickt hatten, kamen ums Leben – zwei wegen des nasskalten Frühlings und der entsprechend schwierigen Nahrungssuche und einer während Flugübungen, kurz bevor er flügge geworden wäre.

Die Störche gefüttert, weil es zu kalt war

Im Gegensatz zum Neeracherried und zum Stadler Kirchturm hielten sich den ganzen Winter über Störche in der Storchensiedlung Steinmaur auf. «Wir haben diesen Winter etwa 50 gezählt», sagt Brigitte Scheuermeier, die mit ihrem Mann die Siedlung betreut. Fünf Paare bezeichnet sie als «unsere Störche»: Diese halten sich ständig in der Siedlung auf. Sie seien bereits mit dem Nestbau beschäftigt. Die Scheuermeiers haben aufgrund des Verhaltens der Tiere gemerkt, dass die Futtersuche in diesem Winter schwierig war: «Etwa 20 Störche gingen jeweils vor der Siedlung hin und her», sagt Brigitte Scheuermeier, «sie gehen in der Regel tagsüber auf Futtersuche, aber der Boden war so stark gefroren, dass sie keine Nahrung gefunden haben.» Deshalb hat das Ehepaar die Vögel mit Fisch gefüttert. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 16.02.2017, 17:35 Uhr

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