Bassersdorf

Das andere neue Zentrum ist fertig

Mitten im Quartier zwischen Bahnhof und dem grossen Kreisel hat Bassersdorf ein neues Zentrum erhalten. Es ist das katholische Kirchenzentrum St. Franziskus. Am Sonntag kommt hoher Besuch aus Chur, dann wird die Fertigstellung des 7-Millionen-Projektes mit einem Festgottesdienst gefeiert.

Für sieben Millionen Franken haben sich die Bassersdorfer Katholiken ein neues Zentrum gebaut.

Für sieben Millionen Franken haben sich die Bassersdorfer Katholiken ein neues Zentrum gebaut. Bild: Sibylle Meier

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Keine barocke Opulenz, sondern formale Nüchternheit mit dem einen oder anderen Farbtupfer dominiert das neue Franziskuszentrum von Bassersdorf. Es ist dies, das katholische Kirchenzentrum, wo früher auch regelmässig Gemeindeversammlungen stattgefunden haben. Nachdem die Bassersdorfer im Sommer 2015 ein neues Ladenzentrum samt Dorfplatz bekommen haben, präsentiert sich nun also auch dieses etwas andere Zentrum völlig neu.

Dass in jenem Wohnquartier, auf halbem Weg vom Dorfkern zum Bahnhof, überhaupt ein neues, vergrössertes Kirchenzentrum gebaut werden konnte, geht auf die Überzeugungskraft und Zielstrebigkeit der aktiven Mitglieder der katholischen Kirchgemeinde Kloten zurück, in welcher Bassersdorf und Nürensdorf eine eigene Pfarrei bilden.

Dringend mehr Platz benötigt

Der bestehende Kirchenbau, einst nur als Provisorium gedacht, stammt aus den 70er-Jahren. «Wir mussten etwas tun», sagt Gemeindeleiterin Ute van Appeldorn. Denn seit gut 40 Jahren ist am Gotteshaus nicht viel gemacht worden, zudem hatten sich die Kirchenmitarbeiter im alten Pfarrhaus mit engen Platzverhältnissen und einer unflexiblen Raumaufteilung herumzuschlagen.

Zwar hatte das 7-Millionen-Projekt heftige Diskussionen ausgelöst, vor allem weil es dazu keine Urnenabstimmung gab, sondern lediglich eine Kirchgemeindeversammlung. Die Befürworter mobilisierten schliesslich besser, waren aktiver und setzten sich schliesslich klar durch. Ein Nachtragskredit in sechsstelliger Höhe sorgte im letzten Dezember noch einmal für ein bisschen Aufregung. Aber Finanzfragen können die lokalen Katholiken nicht aus der Ruhe bringen. Jedenfalls konnten sie trotz kostspieligem Bauprojekt alles ohne zusätzliches Fremdkapital finanzieren und den Steuerfuss aktuell gar um einen Prozentpunkt senken.

Vor sieben Jahren angefangen

Nach sieben langen Jahren der Planung und des Bauens, hat Gemeindeleiterin van Appeldorn zusammen mit dem ganzen Pfarreisekretariat, der Jugendarbeit und den Katechetinnen im kürzlich fertiggestellten Erweiterungsbau neue Büros und Arbeitsräume beziehen dürfen. «Hier sind wir viel näher bei den Leuten», freut sich die Deutsche, die seit fast zehn Jahren in Bassersdorf tätig ist.

Auf einem Rundgang zeigt sie ihr neues Arbeitsumfeld. Als neuer Mittelpunkt ist ein mit acht Kirschbäumen bepflanzter Innenhof entstanden, der ringsum gedeckt ist und den modernen Neubau mit der bestehenden Kirche verbindet. Es ist kein Zufall, dass dieser Ort an einen kösterlichen Kreuzgang erinnert. «Hier laufen alle wichtigen Funktionen der Kirche zusammen», sagt van Appeldorn. Gleich nebenan liegt ein neuer Bistroraum, der ihr als multifunktional nutzbarer Ort für allerlei neue Zwecke besonders gefällt. Auf dem Rundgang trifft sie Mitglieder des italienischsprachigen Elternforums dort drinnen an, sie haben sich grad für einen Spielnachmittag versammelt. Auch eine Krabbelgruppe habe bereits Interesse angemeldet, ist zu vernehmen.

Im modernen Neubau befinden sich ansonsten nebst den Pfarreibüros auch ein Jugendraum, eine unterteilbare Notwohnung sowie etliche Schul- und Sitzungsräume. Alles präsentiert sich formal-funktional und zurückhaltend. Durchbrochen wird das Ganze von einem besonders bunten Erscheinungsbild der Toiletten und verschiedenen Kaffeenischen sowie der Gemeinschaftsküche. «Man muss auch Farbe bekennen», meint van Appeldorn. Jeder dieser Räume hat im Farbkonzept der beauftragten Architektin – in Anlehnung an eine angebliche Predigt Franziskus’ vor versammelter Vogelschar – einen passenden Namen erhalten. Entsprechend sind die Räume «Grünspecht», «Singdrossel» oder «Wiesenschafstelze» ihren zwitschernden Namensgebern farblich nachempfunden.

Auch die alte Kirche nebenan ist herausgeputzt und völlig umgestaltet worden. Neuer Blickfang vorne im nun viel heller und auch grösser wirkenden Raum ist ein dreiteiliges Altarbild samt Tabernakel, worin Hostien aufbewahrt werden. Dieses sogenannte Triptychon sei von einer chilenischen Künstlerin extra für die Bassersdorfer neu geschaffen worden, erzählt van Appeldorn.

Am kommenden Sonntag erwartet man in Bassersdorf nun hohen Besuch. Dann wird Bischof Vitus Huonder die Kirche samt neuen Gegenständen anlässlich eines grossen Festgottesdienstes segnen. Christian Wüthrich

Erstellt: 01.02.2017, 20:14 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Jetzt abonnieren!

Abonnieren und profitieren!

Jetzt abonnieren und profitieren!

Kommentare

Blogs

Jobsuche Marketing in eigener Sache

Kinder profitieren davon, wenn Mama und Papa anders erziehen