Kloten/Glattbrugg

In Glattbrugg entsteht das neue Ausbildungszentrum für Flugpersonal

In Kloten endet eine Ära, denn das Swiss Aviation Training (SAT) am Balsberg wird in einen Neubau in Glattbrugg umziehen. Dort heisst es dann TC2020 und wird von Lufthansa Aviation Training Switzerland betrieben.

Das Trainingscenter wird an der abfallenden Cherstrasse erstellt. Vorne sind der Eingang und Schulungsräume, hinten die Halle mit den Simulatoren.

Das Trainingscenter wird an der abfallenden Cherstrasse erstellt. Vorne sind der Eingang und Schulungsräume, hinten die Halle mit den Simulatoren. Bild: afr

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Die Ausbildung von Piloten und Flight Attendants findet künftig in Glattbrugg statt, unweit der Glattalbahn-Haltestelle Bäuler. Dort, an der Cherstrasse, baut Lufthansa Aviation Training Switzerland ein neues Ausbildungszentrum mit dem Namen TC2020. Es ersetzt das bisherige SAT (Swiss Aviation Training), das sich heute am Balsberg neben dem Langzeitparkplatz P60 befindet.

Den Namen SAT wird es weiterhin geben, obwohl Swiss Aviation Training letztes Jahr formal mit dem Ausbildungsapparat des Mutterkonzerns verschmolzen wurde. Lufthansa Aviation Training mit Hauptsitz München leitet sämtliche Ausbildungsangebote des Konzern und damit Trainingszentren an zwölf Standorten, so auch am Flughafen Zürich.

Umzugsgrund nicht bekannt

Aus welchen Gründen die Lufthansa die Simulatoren und Schulungsräumlichkeiten nun nach Glattbrugg zügelt, war von der Medienstelle des SAT gestern nicht zu erfahren, eine Antwort auf die Anfragen des ZU blieb aus.

Am alten Standort war SAT in den Gebäuden der Priora eingemietet. Diese plant dort seit einigen Jahren am «First District», einem riesigen Geschäftsviertel, das sich rund um das Mövenpick Hotel in Opfikon über den Balsberg bis zur grossen Parkfläche P60 erstrecken soll.

Möglich ist nun, dass SAT in diesen Plänen keinen Platz mehr hatte, aber auch, dass die Lufthansa lieber einen eigenen Standort wollte, mit mehr baulichen Möglichkeiten und ohne Mietkosten an eine Drittfirma zu zahlen. In der Branche wird seit längerem vermutet, dass die Mietpreise rund um den Balsberg immer höher werden. Über tatsächliche Beträge wird aber von den Firmen Stillschweigen vereinbart, diese sind nicht öffentlich.

Grosse Halle für Simulatoren

Die Bauausschreibung liegt seit Ostern bei der Abteilung Bau und Infrastruktur der Stadt Opfikon auf – im Feuerwehrgebäude. Die Pläne zeigen, dass Lufthansa in Glattbrugg ein vierstöckiges Gebäude plant. Hinter dem Eingangsbereich gibt es eine riesige Halle, welche fast einen Drittel des gesamten Gebäudevolumens beansprucht.

Sie ist zwölf Meter hoch und mit 2300 Quadratmetern Fläche fast doppelt so gross wie beispielsweise die neue Dreifachturnhalle in Bülach. In ihr werden die acht Flugsimulatoren untergebracht, die heute bereits am Balsberg im Einsatz sind. Mittels grossen Toren können diese «Full Flight Simulatoren» ersetzt werden, wenn sich die Flotte der Swiss ändert.

In einer separaten Halle werden drei Flugzeugrumpf-Attrappen zur Ausbildung der Flugbegleiter installiert. In diesen Cabin Emergency Evacuation Trainern (CEET) übt die Kabinenbesatzung unterschiedliche Notfall- und Evakuations-Szenarien.

Eine dieser Attrappen kann bewegt werden, neben einer anderen hat es ein Wasserbecken. Die Flight Attendants üben während der Ausbildung nämlich sowohl das rasche Evakuieren, als auch Überleben im Wasser, Umgang mit Feuer und Rauch oder – das am häufigsten eintretende Szenario – den Umgang mit schwierigen Passagieren.

Der «Door Trainer» lehrt zudem das korrekte Eintriegeln und Verschliessen von verschiedenen Typen von Flugzeugtüren.

Im 1. Obergeschoss stehen weitere Trainingsmöglichkeiten für die Bedienung an Bord und medizinische Notfallsituationen zur Verfügung.

In den beiden darüberliegenden Geschossen sind Schulungszimmer und Büroarbeitsplätze vorgesehen. Zudem wird das Trainingcenter TC2020 eine Cafeteria mit Aussenbereich erhalten, allerdings werden diese nicht öffentlich zugänglich sein. Der Zutritt zum Gebäude wird über Schleusen geregelt.

Fluglärm ist nicht zu gross

Wie im SAT wird im TC2020 ein 24-Stunden-Betrieb herrschen. Dabei wird das fliegende Personal diverser Airlines ausgebildet werden, nicht nur jenes der Swiss.

Das Trainingscenter entsteht auf einer Fläche von etwas mehr als 10 000 Quadratmetern, das entspricht eineinhalb Fussballfeldern. Heute ist an jenem Ort ein grosser Parkplatz.

Auch für ein Trainingscenter für die Luftfahrt gelten die Fluglärmgrenzwerte, wie das Baugesuch zeigt. Das TC2020 wird darin als Gewerbebaute taxiert, der Immissionsgrenzwert von maximal 70 Dezibel wird mit 67 Dezibel knapp eingehalten. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 19.04.2017, 17:51 Uhr

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