| MITTWOCH, 02. JUNI 2010 |
| Niederhasli Marco Kurer kandidiert als Gemeindepräsident |
| «Ich habe das Präsidentenamt nicht gesucht» |
Die Sportanlage Erlen sanieren, den öffentlichen Verkehr im Dorf verbessern und in der Sicherheit nach einer regionalen Lösung suchen, das will Marco Kurer (FDP) als Gemeindepräsident erreichen.
Interview: Dominique Marty |
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| «Hansruedi Hug lässt sich nicht eins zu eins ersetzen», sagt Präsidiumskandidat Marco Kurer. |
Das Volk hat mit Hansruedi Hug einen Gemeindepräsidenten abgewählt, der in vielen Gremien sehr engagiert war. Marco Kurer, treten Sie nun – sollten die Niederhasler Sie am 13. Juni zum Präsidenten wählen – ein schweres Erbe an? Marco Kurer: Hansruedi Hug hat während seiner langen und intensiven Tätigkeit als Politiker diverse Ämter und Funktionen mit vollem Elan ausgeübt. Es ist unmöglich, seine Positionen eins zu eins zu übernehmen. Die einzelnen Gemeinderatsmitglieder müssen vermehrt Verantwortung übernehmen. Doch ein Paradigmenwechsel folgt nicht, der Gemeinderat ist immer mit der Zeit gegangen.
Sie sind seit zwölf Jahren Gemeinderat und für das Ressort Liegenschaften zuständig. Haben Sie nie mit dem Präsidialamt geliebäugelt? Nein, ich habe mein Amt immer gerne ausgeführt, auch Neues kam stets hinzu: Zum Beispiel die Liegenschaftenkommission durch die Einheitsgemeinde. Das wollte ich die nächsten vier Jahre weiterführen. Die Nichtwahl von Hansruedi Hug hat mich überrascht, und als Freund fühle ich mit ihm. Reaktionen aus der Bevölkerung und die Unterstützung meiner Partei und der SVP haben mich nun zur Kandidatur bewogen. Niederhasli hat zudem eine sehr gute Verwaltung, was die Arbeit erleichtert. Doch gesucht habe ich das Amt nicht.
Die wohl grösste Aufgabe wartet in der Sportanlage Erlen auf Sie. Wofür wollen Sie sich hier einsetzen? Vorweg, als Präsident entscheidet man nie allein sondern hat im Rat bloss eine Stimme. Für die «Erlen» wünsche ich mir eine rasche Lösung. Ich stand hinter dem Sanierungsprojekt, das an der Urne gescheitert ist. Nun bevorzu-ge ich die Sanierung der Anlage für rund 14 Millionen Franken. Der soziale Aspekt – was die «Erlen» für die Jungen und für die Vereine bedeutet – scheint mir wichtig.
Die IG Dorfzentrum hat in den letzten Monaten eine Diskussion um die Sicherheit entfacht. Streben Sie einen Polizeiposten im Dorf an? Hier ist der Gemeinderat bereits am Verhandeln mit den Nachbargemeinden. Über die konkrete Lösung kann ich noch nichts sagen, doch der Gemeinderat ist bestrebt, noch dieses Jahr eine zu präsentieren. In der Vergangenheit haben wir zudem die Beiträge an einen privaten Sicherheitsdienst erhöht, der im Dorf patrouilliert. Das steigert das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung und hat bestimmt zur Eindämmung von Vandalenakten beigetragen.
Niederhasli hat mit 122 Prozent den höchsten Steuerfuss. Bleibt Ihnen da noch Spielraum, oder diktiert der Kanton, was Niederhasli sich leisten darf? Wir entscheiden selbst, schliesslich sind wir nicht im Steuerfussausgleich. Die durchschnittliche Steuerkraft in Niederhasli ist leider sehr tief, sodass wir vom Finanzausgleich abhängig sind. Nach Berechnungen von Dritten sollte sich unser Steuerfuss nach der Einführung des neuen Finanzausgleichs markant abwärts bewegen. Die Standortförderung ist dafür sehr wichtig.
Und wie soll diese aussehen? Diese soll sich am Grundsatz «natürlich stadtnah leben» orientieren. Dazu müssen wir Sorge tragen, deshalb gilt für mich: Kein Wachstum um jeden Preis. Handlungsbedarf sehe ich im öffentlichen Verkehr im Dorf. Die Industrie Oberhasli, wo einige Arbeitsplätze sind, oder der Ortsteil Nassenwil sind mit dem öffentlichen Verkehr nicht erschlossen. Hier müssen wir die Situation überprüfen und eine Lösung finden.
Politisch vertreten Sie als FDPler liberale Werte. Was zählt für Sie privat? Bisher konnte ich Privates, Geschäftliches und Politisches klar trennen. Zu Hause versuche ich abzuschalten und meine Zeit mit der Familie zu verbringen. Gerne besuche ich kulturelle Anlässe, koche und pflege Kontakt mit Freunden. Als Gemeindepräsident wird diese Trennung wohl nicht mehr so einfach. Meine Freizeit werde ich nicht mehr so ungestört verbringen können. Doch ich stelle mich der Herausforderung und freue mich darauf.
Die Gemeindewahlen 2010 auf www.zuonline.ch
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