SAMSTAG, 05. JUNI 2010
Unterland Die Kandidaten für das Schulpräsidium der Oberstufe Bülach im Gespräch
Strittig ist, ob dem Lehrer die Hand «ausrutschen» darf
In zwei Wochen wählen die Kreisgemeinden den neuen Präsidenten der Schulpflege der Oberstufe Bülach. Um dieses Amt bewerben sich Peter Schultheiss und Ignaz Ludwig.
Interview: Rolf Haecky
Von links: Iganz Ludwig und Peter Schultheiss.
Sind Lehrerinnen und Lehrer heute zu large – oder zu streng und über-fordern die Kinder völlig, wie manche Eltern behaupten?
Ignaz Ludwig: Eine gewisse Strenge mit vereinbarten Regeln brauchen wir heute in der Schule. Damit vereinfachen wir den Jugendlichen den Übertritt in die Berufswelt.
Peter Schultheiss: Ja, unsere Schule soll fordern und auch fördern. Wir legen grossen Wert darauf, dass unsere Lehrer bereit sind, jeden Schüler – wenn möglich – adäquat und individuell zu fördern.

Die Ohrfeige ist wohl der grosse Unterschied zwischen einst und heute in der Schule – sollte einem Lehrer «im Notfall» auch heute mal die Hand «ausrutschen» dürfen?
Schultheiss: Nein – keinesfalls. Wird ein Schüler disziplinarisch stark auffällig, können die Lehrer auf verschiedene andere Mittel zurückgreifen. Unter anderem haben sie die Möglichkeit, Schulsozialarbeiter beizuziehen.
Ludwig: Eine Ohrfeige sollte heute nicht mehr sein, doch auch Lehrpersonen sind nur Menschen wie wir alle. Manche Schüler provozieren sehr fein und gemein. Für mich wär es kein Weltuntergang, wenn das einmal passieren würde. Die Lehrerin oder der Lehrer hätte sicher einen triftigen Grund dafür.

Was sind das für Gefühle, die in Ihnen aufsteigen, wenn Sie an die eigene Schulzeit zurückdenken?
Schultheiss: Ähnliche Gefühle wie jetzt, wenn ich eine Unterrichtsklasse besuche und die Schüler vor mir sehe, wie sie lachen, schwatzen, arbeiten – aber auch mit Problemen kämpfen.
Ludwig: Ich hatte eine gute, aber strenge Schulzeit. In der Primarschule war ich als einziger Junge mit sieben Mädchen Hahn im Korb. Die Sekundarschule besuchte ich im Nachbardorf – mit 24 Schülern, das war eine andere Welt.

Wehren Sie sich für «Ihre» Schule – oder ist Ihnen der Steuerfuss der Schule und der betroffenen Kreisgemeinden als Schulpräsident heilig?
Ludwig: Durch die Auflagen des Kantons sind die Schulen hart gefordert. Wir brauchen in Bülach 2000 Quadratmeter zusätzlichen Raum, das zeigt unsere Studie. Wenn wir mit den Finanzen verantwortungsvoll umgehen, lässt sich vieles lösen, und wir können und sollen auch in die Zukunft investieren. Die Jugend muss uns das Wert sein.
Schultheiss: Wir haben eine gute Schule – und das muss so bleiben. Wir brauchen dringend zusätzlichen Schulraum – wichtig insbesondere auch für individualisierenden Unterricht sind Gruppenräume. Luxus liegt jedoch keiner drin – auch unsere Lehrpersonen streben diesen nicht an.

Auch Bülach hat zu wenig Heilpädagogen, die den Lehrpersonen helfen, schwierige Schüler in der Regelklasse mitzuziehen. Wie stellen Sie sich zum integrativen Förderunterricht?
Ludwig: Ich bin für den integrativen Förderunterricht. Dies, damit auch schwierige Schüler die Möglichkeit haben, eine Regelklasse zu besuchen. Kleinklassen wären ein weiteres gutes Mittel dazu.
Schultheiss: Dank unserer Förderzentren, die von heilpädagogisch geschulten Fachkräften geführt werden, können wir Schüler integrieren, die in Teilbereichen Defizite aufweisen. Ebenso können wir eher einseitig begabte Schüler individueller fördern.

Was ist die wichtigste Aufgabe der Schule überhaupt?
Schultheiss: Die Schule hat einen klaren Auftrag – die Schüler sollen am Ende der Schulzeit einen Übertritt an eine höhere Schule oder den Einstieg ins Berufsleben – zum Beispiel in eine Lehre – bewältigen können.
Ludwig: Die Schule hat die Aufgabe, die Freude am Lernen zu fördern; den Jugendlichen eine zeitgemässe Schule zu bieten und ihnen einen guten Einstieg in die Berufswelt zu ermöglichen.

Was unterscheidet Sie beide?
Schultheiss: Darauf gebe ich keine Antwort, das sollen die Wähler entscheiden. Anmerken kann ich einzig: Ich bin seit 18 Jahren Mitglied in der Schulpflege.
Ludwig: Seit 8 Jahren vertrete ich als Vize den Präsidenten in verschiedenen Bereichen. Das ganze Schulwesen interessiert mich nicht nur als Mitglied, sondern auch als Vater eines 14-jährigen Sohnes, der zurzeit die zweite Sekundarschule besucht. Also bin ich mitten im Geschehen.
 
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Donnerstag, 17.Juni 2010
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Donnerstag, 17.Juni 2010
Foot Food WM-Favorit Argentinien kann auch kulinarisch einiges bieten
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Donnerstag, 17.Juni 2010
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Foot Food WM-Gastgeber Südafrika bringt sich mit Springbock-, Kudu- und Gnu-Fleisch in Hochform
Antilopen-PS für «Bafana Bafana»

Mittwoch, 16.Juni 2010
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Mittwoch, 16.Juni 2010
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Dienstag, 15.Juni 2010
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