| EHE- UND LEBENSBERATUNG |
| MITTWOCH,
16. JUNI 2010 |
| Hinterhältige Machenschaften zerstören das Vertrauen |
| Die Intrige als Notlösung benutzen |
| Veronika Stirnimann-Degen, Beratungsstelle Bülach, Beat Stirnimann-Degen, Ehe- und Lebensberatung Kloten und Wallisellen |
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Das Intrigieren ist so sehr verbreitet und bringt so grosse Befriedigung, dass man annehmen könnte, es sei ein allgemein menschliches Bedürfnis. Es entsteht aus ohnmächtigen Gefühlen wie Neid, Eifersucht, verletztem Stolz und Hass. Auch aus Not, Mangel und Unterlegenheit. Um jemanden gegen einen anderen auszuspielen, braucht es jedoch auch eine Absicht. Und weiter braucht es den Plan: Was will ich erreichen, und was riskiere ich dabei? Welchen Schaden kann ich zufügen? Bei wem schwärze ich an? Wo stosse ich auf offene Ohren? Es tauchen keine Fragen auf nach den Beweggründen und warum keine andere Lösung möglich wären. Die Intrige geschieht im Ver-borgenen hinter dem Rücken von dem, der geschädigt werden soll. Mit im Spiel sind Heuchelei und Verstellung. Sie wiederum entstehen dort, wo Offenheit und Ehrlichkeit nicht erwünscht sind.
Intrige als Bumerang Bevor jemand zu intrigieren beginnt, befindet er sich in einer ihm unerträglichen Situation. Er fühlt sich gedemütigt, ausgeschlossen und beschämt. Und er ist wütend. Von dieser Last will er sich befreien. Zur eigenen Rettung denkt er sich ein arglistiges Spiel aus. Seiner Rache steht nichts mehr im Wege. Dabei muss die Person, gegen die sich seine Wut richtet, nicht dieselbe sein, die er heimtückisch angreift. Oft trifft es gerade den, nach dessen Anerkennung er sich sehnt und die ihm aber verwehrt bleibt. Der Wunsch besteht, so zu sein wie der andere und dazu zu gehören. Dass er sich mit seinem Verhalten den ersehnten Platz erst recht verscherzt, darin liegt sein Selbstbetrug. Letztlich erweisen sich seine Machenschaften als Bumerang. Die Aufteilung in Täter und Opfer scheint eindeutig zu sein. Doch trifft dies auch wirklich zu? Könnte es nicht sein, dass auch das Opfer nicht unschuldig ist? Es gibt Menschen, die zu ihrem Nachteil und scheinbar ohne Grund immer wieder in Intrigen verwickelt sind. Kann sich hinter dieser Wiederholung nicht etwas verbergen? Nämlich, dass diese geschädigte Person sehr wohl etwas von der Not und den ungestillten Sehnsüchten des Intrigierenden wahrnimmt und diese eventuell sogar geniesst. Oder sie ist blauäugig und übersieht alle Zeichen der Täuschung. Dann scheut auch sie das offene Gespräch und geht dem Konflikt aus dem Weg.
Wahrheit entlarven Eigentlich versteckt sich hinter der Intrige eine Wahrheit. Wird das Ränkespiel entlarvt, kommt diese ans Tageslicht. Die Frage bleibt, weshalb es die Intrige dazu brauchte. Vertrauen wurde zerstört, der Ruf geschädigt. Die Kosten sind für beide Seiten hoch und das Verarbeiten bleibt schwierig. Beziehungen werden durch die Intrige wenn nicht beendet, so doch empfindlich gestört. Wie kann sie vermieden werden? Wie wäre es, wenn man sich die eigene Versuchung vergegenwärtigen und die Frage nach Schuld oder Unschuld an sich richten würde? Was würde geschehen, wenn man den Mut zur offenen Konfrontation aufbringen würde? |
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Die Serie «Ehe- und
Lebensberatung» behandelt
Situationen, die der
Realität entsprechen, aber dennoch frei erfunden sind.
Der «Mixer» veröffentlicht einmal im Monat Beiträge der Unterländer
Ehe- und
Lebensberatungsstellen.
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