Schwitzen und feiern am Wendepunkt

Der Zürich Marathon führt vom Zürcher Seebecken dem rechten Zürichseeufer entlang bis nach Meilen. Der Sportanlass ist auch ein Volksfest.

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Von der Ortstafel Meilen bis ­zum Wendepunkt mit der Zusatzschleife via Winkel- und Dorfstrasse stehen die Zuschauer ­am 13. Zürich-Marathon einmal mehr Spalier. Viele tragen Sporttenüs, haben Rennvelo, Kamera und Rucksack bei sich. Es wird geklatscht, wenn die Läufer und Läuferinnen bei Kilometer 24,5 eintreffen – frenetisch, wenn es sich um die Spitzengruppe handelt, aufmunternd, je grösser die Abstände werden.

Die Spitze erreicht den Bezirkshauptort am Sonntagvormittag kurz nach halb zehn Uhr und ­läuft die schmale Winkel­strasse hinauf. Es sind die einzigen wenigen Höhenmeter, die entlang der 42,195 Kilometer zu bewältigen sind. Wer am Zürich-Mara­thon in Führung liegt, hat seine Wurzeln meist in exotischen Ländern.

Aber auch im hinteren Teilnehmerfeld ist Multikulti angesagt. «Wo geht es hier zum Bahnhof?», erkundigt sich die Deutsche Lara Akdogan. Sie hat soeben ihr Teilstück auf dem Team­run zurück­gelegt und reist nun ihren Kolleginnen ans Zielgelände am ­My­then­quai nach. Ein paar Meter entfernt begleiten Frauen, in ­Saris gekleidet, eine Läuferschar. Eine Gruppe aus in Zürich lebenden Indern hat ebenfalls am Team­run teilgenommen.

«Sohn ist gut gelaufen»

Das örtliche OK befindet sich ­hingegen fest in heimischer Hand. Zusammen mit Paul Tobler ist ­Peter Bamert mit der Unterstützung von regionalen Ver­ei­nen und Feuerwehren dafür zuständig, dass das Geschehen am Wende­punkt einmal mehr reibungslos verläuft. «Wir sind ­auch verantwortlich für das An­brin­gen der Absperrungen entlang der Lauf­strecke von Zolli­kon nach Mei­len», sagt Peter Bamert. Er habe früher als Hobbyläufer am Zürich-Mara­thon teilgenommen, und er fügt beiläufig an, sein Sohn sei soeben im Team­run mitge­laufen. «Ich habe gehört, er sei ­ gut unterwegs gewesen.»

Die Nachfrage ergibt, dass es sich um Marc Bamert, den stellvertretenden Meilemer Gemeindeschreiber, handelt. Zusammen mit Gemeindeschreiber ­Didier Mayenzet bestreitet er regelmässig den Teamwettbewerb. Beide sind erfahrene Sportler im Ausdauerbereich. Marc Bamert gehörte von 1998 bis 2003 der Schweizer Nationalmannschaft im Triathlon an. Sein Palmarès weist Siege in nationalen und Spitzenplätze in internationalen Wettkämpfen auf. Mayenzet seinerseits ist sich weitaus grössere Strapazen als das Bestreiten eines Marathons gewohnt. Er hat sich auch schon den Herausforderungen des Gig­athlons, der sechstägigen Aus­dauerprüfung quer durch die Schweiz, gestellt.

Kein Muskelkater

Komplettiert wurde das Team ­von Marc Bamert und Mayenzet mit Evelyn Passanah, in Meilen Sachbearbeiterin in der Präsidialabteilung, und dem Meilemer Bankfachmann Markus Widmer. Es erreicht unter 921 klassierten ­Teams in einer Laufzeit von ­deutlich unter drei Stunden den famosen 14. Rang. «So gut waren wir noch nie klassiert», sagt Mayen­zet am Handy. «Das ist sehr erfreulich.»

Muskelkater wird er sich keinen einhandeln: «Ich bin gerade am Auslaufen», sagt er. Dazu benutzt er sein Rennvelo. «Zurück in Meilen, werden wir den Erfolg zusammen feiern.» Wer den Zürich-Mara­thon bestritten hat, trifft sich in Meilen beim Festzelt an der Winkelstrasse. Auf die Leistung des Meilemer Quartetts dürfte ausgiebig angestossen worden sein.

Kenianischer und Japanischer Sieg

Nicola Spirig holte sich am Zürich Marathon, ohne ans Limit zu gehen, den zweiten Rang hinter der japanischen Siegerin Yoshiko Sakamoto. Bei den Männern setzte sich in einem spannenden Rennen der Kenianer Edwin Kemboi Kiyeng durch.

Bei den Frauen lief Sakamoto vom ersten Meter an einsam an der Spitze und überquerte die Ziellinie nach 2:37:47 Stunden, gefolgt mit fast achteinhalb Minuten Rückstand von Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig vom LC Zürich.

Der Zürich Marathon der Männer war spannend wie noch selten. Über dreissig Kilometer lang waren vorne gleich neun Läufer zusammen unterwegs: sechs kenianische Athleten, zwei aus Äthiopien und der japanische Marathon-Star Yuki Kawauchi. Bei Kilometer 35 machte der spätere Sieger Kemboi Kiyeng dann den Unterschied: Er sprengte die Gruppe mit einer Tempoverschärfung und holte bis Kilometer 38 einen Vorsprung von 20 Sekunden heraus, welchen er bis ins Ziel gar noch zu verdoppeln vermochte. Er siegte in 2:11:35 Stunden. Dank einem starken Finish wurde Kawauchi in 2:12:13 Zweiter. (zuonline.ch)

(Erstellt: 19.04.2015, 15:07 Uhr)

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