Fussball

Die Grasshoppers tun den nächsten Schritt

Jetzt lässt sich die Tabelle der Super League mit GC-Augen wieder anschauen: Nach dem 1:0 gegen die Young Boys in Bern haben die Grasshoppers ihre Reserve zum Tabellenende erheblich erhöht. In drei Spielen wuchs ihr Vorsprung auf Vaduz von einem auf acht Punkte.

Die Entscheidung in Bern: Munas Dabbur (links) gewinnt das Duell gegen YB-Captain Steve von Bergen und erzielt das 1:0 für GC.

Die Entscheidung in Bern: Munas Dabbur (links) gewinnt das Duell gegen YB-Captain Steve von Bergen und erzielt das 1:0 für GC. Bild: Keystone

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Die beiden ersten Matches unter Carlos Bernegger hatten noch zu keinerlei neuer Zuversicht um GC veranlasst, vor allem nicht die spielerische Öde beim 0:0 in Lausanne. Doch die zwei Siege seither, vor allem die spielerische Steigerung, lassen einen nun sagen: Das ist nicht mehr das Erscheinungsbild eines kommenden Absteigers, ja nicht einmal eines ernsthaft Gefährdeten.

Zuerst gegen St. Gallen, jetzt aber auch in Bern wirkten die Grass­hoppers zumindest wie eine Mannschaft, die ausreichend Geschlossenheit und spielerische Qualität mitbringt, um die Gefahr zu bannen, die der Stadtrivale FCZ vor einem Jahr zu spät sah oder sehen wollte und dann nicht bannen konnte.

GC mit besseren Chancen

Bernegger sprach nach dem 1:0in Bern vom «nächsten kleinen Schritt, der zu einem grossen werden kann». Natürlich wies er auch darauf hin, dass «weiter ein hartes Stück Arbeit» zu erledigen sei. Doch abgesehen vom Resultat musste ihm auch gefallen, dass seine Mannschaft geschlossen, im Grossen und Ganzen mit solider Abwehr und bei Gelegenheit auch torgefährlich aufgetreten war.

Deutlich war dieses Bild in der ersten Halbzeit: Da hatten die Zürcher zwar wenige, aber die besseren Torchancen. Jene Caios, der nach neun Minuten alleine vor Yvon Mvogo auftauchte, war «hundertprozentig», jene Munas Dabburs kurz vor der Pause nicht viel weniger. Caio hätte den Ball auch Dabbur zuspielen können, Dabbur seinen Runar Mar Sigurjonsson gar zuspielen müssen.

In der zweiten Halbzeit hatten die Berner, zumindest anfangs, dann doch bessere Momente. Leonardo Bertones leicht abgelenkter Ball flog kurz nach der Pause ganz knapp daneben. Die Young Boys mögen energischer, ja bissiger aufzutreten begonnen haben. Aber ihr Captain Steve von Bergen lag sicher nicht daneben, als er hinterher urteilte: «Es hat heute der letzte Pass, die letzte Flanke gefehlt.» Das führte dazu, dass immer wieder rechtzeitig ein Zürcher eingreifen konnte. Es ist jedenfalls nicht davon zu berichten, der bei hohen Bällen sicher wirkende Torhüter Joel Mall habe besondere Paraden zeigen müssen, er sei ­irgendwann ernsthaft bedroht worden.

So war zwar nicht absolut zwingend, aber auch keineswegs unlogisch, dass die Grasshoppers ein Tor erzielen würden – wenn es denn überhaupt eines ins Tagesprogramm schaffte. Es war deshalb kein Zufall, weil die Zürcher mit Dabbur den eindeutig torgefährlichsten Mann auf dem Platz hatten, weil auch sein Kumpel Caio wieder eine seiner besseren Leistungen zeigte.

Das war doch ein Unterschied zu den Young Boys, deren Topskorer Guillaume Hoarau fehlte. Kam hinzu, dass dessen Partner auf den Flügeln, Yoric Ravet und Miralem Sulejmani, eher wenig zustande brachten. Das war auch Konsequenz guter Zürcher Abwehrarbeit.

Dabbur besiegt von Bergen

Das Tor, das den Match entschied, fiel dann in der 82. Minute und war ein Kopfball Dabburs nach einem Corner Sigurjonssons. Und an diesem Tor war nun nichts Zufall: Nicht, dass Dabbur zu einem erstklassigen Kopfball fähig war. Aber ebenso wenig, dass er das entscheidende Duell gegen von Bergen gewann.

Dabbur hat nun in sieben Einsätzen seit seiner Rückkehr aus Salzburg doch schon vier Tore geschossen, vor allem aber drei zu den beiden Siegen gegen St. Gallen und YB. Von Bergen aber ist, bei all seinen unbestrittenen Verdiensten, allmählich zu anfällig, vor allem für den Abwehrchef eines Spitzenteams.

Kurz vor Schluss kamen sich von Bergen und Dabbur, die beiden Captains, im Mittelfeld nochmals nahe. Beide wurden danach verwarnt. Für den Verteidiger von Bergen wars im 23. Spiel die siebte Gelbe Karte, für den Stürmer Dabbur im erst siebten Auftritt bereits die fünfte! Ein Mann der Karten ist auch der neue Däne Patrick Olsen. Beim Debüt in Basel war er schon nach wenigen Minuten vom Platz gestellt worden; in seinem ersten Match von Beginn weg sah er eine Viertelstunde vor Schluss Gelb.

Immerhin, er zeigte als Stellvertreter Charles Pickels als «Sechser» eine passable Leistung. Die Grass­hoppers müssen zurzeit ­ohnehin wieder etwas weniger negative Fragen zu ihren Personalien beantworten als noch vor kurzem. Optimisten werden gar sagen, sie seien Europa-League-Platz 5 wieder etwas näher als ­Abstiegsplatz 10.

Bernegger aber wird es und darf es so nicht sehen, auch nicht nach Ostertagen, an denen von den Abstiegskandidaten nur einer punktete, GC. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 18.04.2017, 10:36 Uhr

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