Rafz

Auf dem steinigen Weg zurück

Krankheit und Verletzung haben Marko Osmakcic zu einer längeren Pause gezwungen. Nun ist der 18-jährige Rafzer zurück. Mit Einsätzen auf der Futures Tour sucht er den Anschluss.

Marko Osmakcic ist durch Zwangs-Turnierpausen in der Weltrangliste des Tennis-Profiverbands ATP zuletzt um einige Positionen abgerutscht. Nun gilt es für den Rafzer, wieder nach oben zu kommen.

Marko Osmakcic ist durch Zwangs-Turnierpausen in der Weltrangliste des Tennis-Profiverbands ATP zuletzt um einige Positionen abgerutscht. Nun gilt es für den Rafzer, wieder nach oben zu kommen. Bild: Madeleine Schoder

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Die Futures Tour ist die niedrigste Kategorie im Profitennissport, unterhalb der ATP World Tour und der ATP Challenger Tour. Die Turnierserie bietet jungen Profis die Möglichkeit, sich in der ­ATP-Weltrangliste mit guten ­Resultaten nach vorne zu arbeiten, um via Challenger Tour irgendeinmal Zugang zur ATP-Tour der besten 100 Spieler zu erlangen. Weltweit kommen oft gleichzeitig 12 bis 15 Futures-Turniere zur Austragung, dennoch ist die Konkurrenz an jedem einzelnen Turnier stark. Das musste Marko Osmakcic in diesen Tagen in der Auftaktrunde des mit 15 000 Dollar dotierten Futures-Turniers im italienischen Sondrio erfahren.

Osmakcic (ATP 2078) bekam den rauen Wind der Profitour schon im Startspiel zu spüren. Auf der harten Unterlage servierte ihn der Gegner Marcus Mansson (Schweden, ATP 1639) im ersten Satz buchstäblich an die Wand. Mit dem 2:6 war der Rafzer noch gut bedient, fand er doch kaum ins Spiel und leistete sich viele Doppelfehler. Im 2. Satz zeigte er sich aber ebenbürtig, servierte gut und konnte bis zum 5:4 stets vorlegen. Beim Stande von 5:5 kassierte er jedoch unnötigerweise ein Break und verlor am Ende 2:6, 5:7. «Es ist nicht das, was ich erwartet hatte», meinte Osmakcic enttäuscht. «Mein Service war nicht gut genug, die Beinarbeit auch nicht.» Auch Vater Franjo Osmakcic bemängelte den Aufschlag: «Zehn Doppelfehler, das geht nicht, Marko war spielerisch ebenbürtig.» Es war ein kleiner Trost, dass sein Bezwinger Mansson auch die nächsten zwei Spiele gewann und immer noch im Turnier ist.

Schwieriges Übergangsjahr

Fast ein Jahr lang hat Marko Os-makcic im Trainingszentrum des Schweizerischen Tennisverbands Swiss Tennis in Biel trainiert und dort auch gewohnt. Er hatte Gelegenheit, mit Marco Chiudinelli und Henri Laaksonen zu trainieren. Einmal wurde er gar von Stan Wawrinka zum Training nach Genf eingeladen. Ausserdem durfte Osmakcic dreimal an einem geheimen Ort mit Roger Federer und Nationalcoach Severin Lüthi trainieren.

Doch plötzlich erlitt er krankheitsbedingte Rückschläge, dazu warfen ihn eine Fussverletzung und eine Operation der Atemwege zurück. Aus Sicht von Swiss Tennis konnte er so die hohen Anforderungen nicht mehr erfüllen und wurde heruntergestuft. «Ja, Marko muss auf Feld 1 zurück und sich die Unterstützung neu verdienen. Es ist ein hartes Geschäft», meinte Alessandro Greco, Chef Spitzensport von Swiss Tennis. «Im Juni erfolgt die neue Einstufung. Ich hoffe sehr, dass Marko den Anschluss wieder findet.»

Sein letztes grosses Turnier bei den Junioren bestritt Marko Osmakcic im Herbst 2015, als er am US Open dem Serben Miomir Kecmanovic, der heutigen Weltnummer 1 der Junioren, äusserst knapp unterlag. Danach bestritt er lediglich noch die Junioren-EM 2016 in Klosters, wo er im Haupttableau immerhin drei Runden überstand. Im Herbst folgten, abgesehen von Zwangsunterbrüchen, mehrere Turniere in Rumänien, Zypern, Frankreich und Deutschland. Vereinzelt konnte Osmakcic dort seine Klasse aufblitzen lassen. Und nach einem Training mit Roger Federer gewann Osmakcic im Oktober 2016 ein nationales Turnier in Horgen. Dies half ihm, um den 24. Platz in der Schweizer Rangliste zu halten.

In Zukunft weiter hart arbeiten

In den Futures-Turnieren zeigt sich immer deutlicher, dass der Aufschlag und die Fähigkeit, präzis zu retournieren, für den Erfolg vorentscheidend sind. Auf harten Unterlagen verhindern die vielen Asse längere Ballwechsel. Dies ist dem Tennissport nicht förderlich, er verliert an Attraktivität – und es ist kein Ende abzusehen. Vater Franjo Osmakcic setzt den Schwerpunkt daher auf den Service. «Sechs Stunden Training pro Tag sind nötig, jetzt vor allem am Service und intensiv mit der Ballmaschine», kündigte er nach dem frühen Aus in Sondrio an.

In der nächsten Zeit sind Turniere in Frankreich, Kroatien und Griechenland geplant. Die Unsicherheit besteht darin, überhaupt die Qualifikation zu erreichen. Zudem beabsichtigt Marko Osmakcic, an der Saisoneröffnung des TC Rafzerfeld am Samstag, 8. April, ein Exhibition Game zu bestreiten. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 14.03.2017, 20:33 Uhr

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