| STAFETTE |
| STAFETTE / DONNERSTAG,
19. AUGUST 2010 |
| Peter Gehring betreibt das Freiensteiner Weingut Gehring in der dritten Generation |
| «Wein machen ist Ehrensache» |
| Die Leidenschaft für den Wein hat Peter Gehring schon als Schüler gepackt. Kurz nach der Lehre begann er mutig, seinen eigenen Wein zu produzieren.
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| Karin Steiner |
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| Die frühen Sorten sind bald reif – mit der Ernte beginnt für Peter Gehring eine arbeitsreiche Zeit. (kst) |
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«Ich bin hier oben in den Reben aufgewachsen», sagt Peter Gehring und blickt auf das Dorf hinunter. «Mein Grossvater und mein Vater führten das Gut als landwirtschaftlichen Betrieb. Sie betrieben Ackerbau und hatten Kühe.» Die Reben haben sie zwar kultiviert, den Wein aber nicht selber gekeltert. «Damals war Wein ein Alltagsgetränk. Man produzierte so viel wie möglich. Das geht bei den heutigen Qualitätsansprüchen nicht mehr.»
Klares Berufsziel Während seine drei Brüder andere Berufsziele ins Auge fassten, war für Peter Gehring schon immer klar, dass er dereinst eigenen Wein machen werde. Seine Lehre absolvierte er bei Urs Pircher in Eglisau. Nach einer weiteren Ausbildung als Weinküfer begann er als ganz junger Mann, die Eigenkelterei im elterlichen Gut aufzubauen. «Mein Vater übergab mir von Anfang an die Verantwortung dafür. Das war ganz schön mutig von ihm», blickt der 40-Jährige zurück.
Heute wird auf dem Gut am Südhang des Irchels nur noch Wein produziert. «Kühe und Wein zusammen – das geht nicht.» Mit seinen 18 verschiedenen Sorten hat sich Peter Gehring auf dem Markt behaupten können. «Wir Weinproduzenten halten und arbeiten zusammen. So können wir uns gegen die Konkurrenz aus dem Ausland gut behaupten.» Gemeinsam werde diskutiert und Neues ausprobiert. «Wir degustieren gegenseitig unsere Weine. Aussenstehende merken besser, wenn sich ein kleiner Fehler eingeschlichen hat.» Geheimnisse werden keine gehütet. «Auch wenn zwei Weinproduzenten nach der exakt selben Methode einen Wein herstellen, schmeckt er bei jedem völlig anders. Wein machen ist kein Beruf – das ist eine Ehrensache.»
Bei der Arbeit in den Reben wird er von einem Lehrling unterstützt. «Ich bilde jetzt den vierten Lehrling aus», sagt er. Zweimal im Jahr helfe ihm zusätzlich ein Ehepaar aus Polen bei der Arbeit. Das sei für sie und ihn eine ideale Lösung.
Seinen Wein verkauft er vorwiegend an Privatkunden. «Ich habe zwei Berufe – Weinproduzent und Marketingverantwortlicher.» Mit seinem Produkt nach aussen zu treten und Anlässe zu organisieren sei genau so wichtig wie die Produktion selber.
Tatkräftig unterstützt wird er bei seiner Arbeit nicht nur von den Eltern, die ihm den Betrieb 2004 ganz übergaben, sondern auch von seiner Frau Yvonne, die sich neben der Betreuung der drei kleinen gemeinsamen Töchter um die Kundschaft kümmert, die täglich zu ihnen in das abgelegene Gut kommt, um sich mit Wein einzudecken.
Turnen als Ausgleich «Yvonne und ich haben uns auf einer Wanderung kennen-gelernt», erzählt Peter Gehring. «Ich wanderte mit meinem Turnverein über den Irchel und sie mit ihrem von der anderen Seite her.»
Neben dem Turnen war Schwingen lange Zeit ein grosses Hobby von Peter Gehring. Den aktiven Sport hat er inzwischen aus Zeitgründen aufgegeben. Aber noch immer engagiert er sich im Schwingklub Zürcher Unterland. Deshalb reicht er den Stafettenstab Walter Schiess weiter, einem ehemals erfolgreichen Schwinger, der sich noch heute aktiv für den Schwingsport engagiert. |
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