Unterland Bundesamt für Energie veröffentlicht mögliche Endlager-Standorte
Schon regt sich erster Widerstand
Zwölf Gemeinden im Unterland liegen im möglichen Standortgebiet für ein Atom-Endlager. Der Regierungsrat lehnt ein solches auf Zürcher Boden ab.
Sabine Schneiter
Zwischen Eglisau und Niederweningen kommen zwölf Unterländer Gemeinden in Frage als Endlager-Standorte (orange Fläche). (zvg)
Bachs, Bülach, Eglisau, Glattfelden, Hochfelden, Neerach, Niederweningen, Oberweningen, Schleinikon, Schöfflisdorf, Stadel und Weiach – so lauten die Namen der Unterländer Gemeinden, die sich für die Lagerung radioaktiver Abfälle eignen. Dies hat das Bundesamt für Energie gestern mitgeteilt. Hinzu kommen die Aargauer Gemeinden Siglistorf, Schneisingen und Fisibach, die ebenfalls zur Region «Nördlich Lägern» gezählt werden.
Bis anhin war erst bekannt, dass das Lägern-Gebiet als mögliche Standortregion in die engere Auswahl kommt («ZU»/ «NBT» vom Mittwoch); nun wurde die betroffene Region auf eine Fläche von 65 Quadratkilometern eingegrenzt.
Neben dem Unterland gelten auch das Zürcher Weinland und der Aargauer Bözberg als geeignet für die Lagerung hochradioaktiver Abfälle; für schwach- und mittelaktive Abfälle kommen zusätzlich zu diesen die Gebiete Südranden, Jura-Südfuss und Wellenberg in Frage.
Regierungsrat ist dagegen
Der Zürcher Regierungsrat lehnt geologische Tiefenlager auf Kantonsgebiet ab. Er werde sich dafür starkmachen, diese zu verhindern, wie Baudirektor Markus Kägi in einer Stellungnahme erklärte. Mit Flughafen, Autobahnen oder Finanzen trage der Kanton schon heute Lasten, die im gesamtschweizerischen Interesse lägen.
Aus dem süddeutschen Raum waren zumindest kritische Töne zu vernehmen: Die Vermutung liege nahe, «dass man beim Bau neuer kerntechnischer Anlagen bewusst die Grenznähe suche», hiess es in einer Mitteilung des Landratsamtes Waldshut.
Gemeinden schweigen noch
Der Zürcher Regierungsrat sicherte den betroffenen Gemeinden seine Unterstützung zu in Sachen Kommunikation sowie in fachlicher Hinsicht: «Das wird auch während des rund zehn Jahre dauernden Verfahrens der Standortwahl so bleiben», versicherte Kägi.
Die Gemeinden selber sowie die Arbeitsgruppe Tiefenlager im Zürcher Unterland wollen erst heute Freitag geschlossen Stellung nehmen.