Furttal Behörden sagen nein zu einem Jugend-Container in Dänikon
«Ich bin enttäuscht - die Jugend hat verloren»
Bald schliesst der Otelfinger Jugendtreff - der Einzige im unteren Furttal. Als Ersatz wollte der Trägerverein einen Jugend-Container in Dänikon stationieren - die Gemeinderäte lehnen das Projekt ab. Beatrix Bächtold
Der Jugendtreff in Otelfingen schliesst seine Tore - und der geplante Jugend-Container ist den Gemeinderäten der Trägergemeinden zu teuer. (A)
Jetzt ist es vom Tisch – dabei schien das Projekt breit abgestützt und durchdacht: Zwei Container, die die Primarschule Boppelsen als provisorische Klassenzimmer nutzte, sollten nach Dänikon verschoben werden und dort als Jugendhaus dienen. Dort signalisierte man Bereitschaft, dafür kostenlos Land zur Verfügung zu stellen.
Jetzt plötzlich das Aus des Projektes: Den Mitgliedern des Trägervereins Jugendhaus Unteres Furttal sind 254 000 Franken zu viel (siehe kursiv). So viel würden Demontage, Montage, Vor- und Umgebungsarbeit kosten, inklusive der Baunebenkosten. Die Beteiligung der Trägervereingemeinden Otelfingen, Hüttikon, Dänikon und Boppelsen hätten sich anteilsmässig im Verhältnis der Einwohnerzahl zwischen knapp 19 000 und rund 63 000 Franken bewegt. Dem Trägerverein gehören auch die Sekundarschulpflege Unteres Furttal und die Reformierte Kirchgemeinde Otelfingen, Boppelsen, Hüttikon an.
Boppelsen auf einsamem Posten
Einzig der Gemeinderat aus Boppelsen hat dem Projekt zugestimmt. «Natürlich waren auch wir nicht begeistert von den Kosten», sagt Gemeindepräsident Hans-Peter Schläpfer. Aber der Gemeinderat habe trotzdem zugestimmt. «Ob die Gemeindeversammlung allerdings einverstanden gewesen wäre, das ist fraglich.»
«Hoffnungsfunke erlischt»
«Ich bin enttäuscht», meint Erika Zahler, Delegierte für Jugendarbeit in der Gemeinde Boppelsen. «Die Jugend hat verloren. Alternativen sind nicht in Sicht.» Die Jungen bräuchten einen Treffpunkt, findet sie. «Man muss ihnen Selbstverantwortung übergeben. Ich finde, die Bereitstellung eines solchen Ortes ist Sache der Behörden.»
Ebenfalls schwer enttäuscht zeigt sich die Präsidentin des TJUF Silvia Beständig. «Der letzte Hoffnungsfunke erlischt. Die Jugendlichen können die negativen Entscheide nicht fassen», sagt sie. Das Projekt sei bis auf den letzten Nagel seriös berechnet worden und ihrer Meinung nach finanziell zumutbar. «Statt in Sicherheitsdienst und Polizeikontrollen sollte man das Geld lieber in einen Jugendtreff investieren.»
Die Gründe für das Nein Fast alle Mitglieder des Trägervereins Jugendhaus Unteres Furttal (TJUF) haben das Projekt Jugend-Container abgelehnt. Dänikon:Für Dänikon hätte das Projekt eine einmalige Belastung von mehr als 30 000 Franken bedeutet. «Wir haben das Projekt einstimmig abgelehnt», sagt Gemeindepräsident Daniel Zumbach. «Ausschlaggebend waren die hohen Kosten. Ein weiterer Grund war die Ungewissheit bezüglich Folgekosten des Betriebs.» Hüttikon:Auch Hüttikons Gemeinderat hat das Projekt einstimmig abgelehnt. «Uns hat der Standort gestört», erklärt Gemeindepräsident Markus Imhof. «Ein Jugendtreff neben der Asylantenunterkunft könnte möglicherweise problematisch werden.» Otelfingen:Die Kosten führten auch zum Nein des Otelfinger Gemeinderats. «Zudem sind wir der Ansicht, die Jugendarbeit sollte von Grund auf neu bedacht und strukturiert werden. Zuerst einmal von jeder Gemeinde für sich selbst», erklärt Gesundheits- und Sozialvorstand Willy Laubacher. Sekundarschule:Auch die Sekundarschulpflege Unteres Furttal führt die hohen Kosten ins Feld. «Für eine günstigere Variante sind wir aber weiterhin zu Gesprächen bereit», signalisiert Präsidentin Marlies Zumbach. Kirche:Ebenfalls abgewinkt hat die Reformierte Kirchgemeinde Otelfingen, Boppelsen, Hüttikon. (beb)