Kloten In der Kolping-Arena wird bereits das Eis für die kommende Hockey-Saison aufgetragen
Die coolsten Männer im Unterland
Rund zwei Monate bevor die Flyers in die Meisterschaft starten, lassen die Klotener Eismeister das Wasser in der Kolping-Arena gefrieren – mitten in der Sommerhitze.
Marisa Kuny
Die Eismeister rubbeln über die Werbeflächen, damit die Luftbläschen unter dem papierähnlichen Material entweichen können. (Balz Murer)
Der Rafzer Kurt Amhof hat derzeit definitiv den coolsten Job im Unterland: Just in dem Moment, wo die Temperaturen wieder auf hochsommerliche Werte klettern und das Wasserglace im Nu klebrig vom Stengel tropft, verwandeln der Eismeister und seine Kollegen die Kolping-Arena in eine Kühlbox. Ganze 1800 Quadratmeter Eis lassen sich darin verstauen. Während das Unterland im Büro schwitzt oder sich im Freibad sonnt, steht Amhof im Faserpelz in der 16 Grad kühlen Kolping- Arena: «Diese Arbeit ist klasse, die Sommerwärme vermisse ich nicht», sagt er gutgelaunt und spritzt die nächste Schicht kaltes Wasser in hohem Bogen über die Calanda-Werbung. Ein kühles Bier hat sich auch die Eismeister-Equipe verdient. In drei Arbeitstagen haben sie aus rund 20 000 Liter Wasser eine spiegelglatte Eisfläche gezaubert – 2 Millimeter Eis produzierten sie pro Stunde.
Gefrorene Werbungen
Auch die Werbungen liegen für die im September startende Hockeysaison fixfertig eingefroren unter einer 2 Zentimeter dicken Eisschicht. Die PostFinance-Werbung leuchtet sonnengelb in der Mitte des Feldes, flankiert wird der Hauptsponsor der National League A von den ozeanblauen Logos des «Zürcher Unterländers» in den Mitteldritteln. Das Eis ist die attraktivere Werbefläche als die Bande, weil ganz im Fokus der TV-Kameras. «Der Verband entscheidet, wo die Werbungen platziert werden dürfen», erklärt Nike Panitsas, die Marketing-Verantwortliche der Kloten Flyers. Wie viel eine eisgekühlte Reklame bei den Flyers kostet, will sie nicht verraten.
Die Sponsoren können darauf vertrauen, dass ihre Werbungen bis zum Saisonstart an Ort und Stelle bleiben, dafür sorgt Eismeister Amhof: «Das Eis wird auf –5,5 Grad gekühlt, da bewegt sich nichts mehr.» Und seit rund zwei Jahren verpufft die Abwärme nicht mehr im Kühlturm, sondern bedient das Heizsystem im Hallen- und Freiluftbad Schluefweg nebenan. «Damit sparen wir im Vergleich zu früher rund ein Drittel Energie», sagt Amhof stolz.