Reiten Karl Klein aus Oberweningen ist mit Abu Ardash und Co. bereit
Ein Vierbeiner im Schnee
Zum Aufgalopp in die Turfsaison bringt der Oberweninger Trainer Karl Klein
morgen Sonntag in Arosa mit Abu Ardash ein Ausnahmepferd an den Start, das Schnee und die Kälte liebt. Werner Bucher
Trainer Karl Klein aus Oberweningen traut seinem Rennpferd Abu Ardash in den Schneerennen von Arosa und St. Moritz Spitzenplätze zu. (Werner Bucher)
Karl Klein, wie zeichnet sich Ihr Pferd Abu Ardash aus? Karl Klein: Abu Ardash ist ein unglaublicher Kämpfer mit einem ausgeprägten Willen, immer der Vorderste zu sein. Das auch im Training. Im Stall ist er pflegeleicht, beim Reiten anspruchsvoll. Er ist robust und hat einen sehr guten Charakter. Ein Vollblutrennpferd, wie man es sich nur wünschen kann.
Wie sind Sie zu Abu Ardash gekommen? Vor acht Jahren hat Yves von Ballmoos aus Berg am Irchel den Monsun-Sohn in Deutschland gekauft und zu mir ins Training gebracht. Er lief bisher 70 Rennen und gewann davon ein Dutzend. Sieben davon auf Schnee in Arosa. Vor einem Jahr hat ihn die Besitzergemeinschaft Kildare erworben und bei mir im Stall Schwindiboden zwischen Dielsdorf und Niederhasli gelassen, wo ich mit meinem Team gegen 20 Pferde betreue.
Wie haben Sie seine Schneetauglichkeit erkannt? Die meisten Pferde lieben Schnee und Kälte. Abu Ardash mag diese Jahreszeit besonders und ist trittsicher auf dem weissen Geläuf. Auf Wunsch des Besitzers versuchten wir es vor fünf Jahren mit einem Start in Arosa und hatten seither Erfolg. Dank seiner Konstitution, dem starken Herzen und der grossen Lunge verträgt er die Höhe besser als viele seiner Artgenossen.
Wann und wo wird Abu Ardash an den Winterrennen eingesetzt? An den kommenden Wochenenden wird er in den Hürdenrennen starten. In St. Moritz wird er im Februar die drei Skikjörings bestreiten. In beiden Disziplinen zählt Abu zu den Favoriten.
Was macht den Reiz aus, in Arosa zu starten? Die kleine Bahn auf dem gefrorenen See ist ideal für den Saisonauftakt. Die Konkurrenz ist nicht allzu stark. Zudem geht es in Arosa familiär zu und der Pferdesport steht noch immer im Mittelpunkt, was man von St. Moritz nicht vorbehaltlos sagen kann.
Hürdenrennen auf Schnee gibt es nur noch in Arosa und sie sind gefährlich … (fällt ins Wort) … das würde ich so nicht sagen. Gut ausgebildete Hindernispferde können auch auf der Schneepiste sicher über die Hürden springen. Dazu ist das Tempo weniger schnell, so dass Pferd und Reiter den Absprung besser taxieren können. Unfälle kann es überall geben.
Wer wird Abu Ardash reiten? Nachdem sein Stammreiter Philippe Schärer in Arosa nicht zur Verfügung steht, wird er vom französischen Jockey Julien Lemée geritten. In St. Moritz fährt ihn wie immer im Skikjöring Yves von Ballmoos.
Der Wallach ist jetzt schon zwölf Jahre alt. Wie sehen Sie seine Zukunft? Wie schon letztes Jahr warten wir die Winterrennen ab, um dann über weitere Einsätze zu diskutieren. So lange er so gesund und einsatzfreudig ist, wird er noch laufen, bevor er seinen Lebensabend auf der Weide verbringen darf.