Unterland Zwei Jugendliche verursachen Schäden in der Gesamthöhe von 130 000 Franken
Sprayer-Tour endet in Handschellen
Bei zwei jugendlichen Sprayern aus dem Bezirk Dielsdorf ist die Luft draussen. Die Polizei kann den 17-jährigen Schmierfinken rund
350 Taten nachweisen.
Fabian Boller
Sprayern geht es laut einer Expertin darum, sich in ihrer Szene Respekt zu verschaffen. Doch das kann böse enden. (Sibylle Meier)
An, Autobahnen, Bahntrassees und Hochhäusern verursachten zwei junge Sprayer einen Sachschaden in der Höhe von insgesamt 130 000 Franken. Ihre rund 350 «Werke» brachten die beiden 17-jährigen Schweizer innerhalb von elf Monaten in zehn Gemeinden des Unterlands und der Stadt Zürich an – das kommt sie nun teuer zu stehen. «Die Graffiti weisen Masse von 0,5 bis 12 Quadratmeter auf», erklärt Esther Surber, Mediensprecherin der Kantonspolizei. Ein Ende April 2009 erstelltes Graffito an einer Bushaltestelle in Neerach wurde den Schmierfinken schliesslich zum Verhängnis. Die Polizei kam den Tätern auf die Schliche und leitete umfangreiche Ermittlungen ein. Einen der Jugendlichen erwischte die Polzei nach der Verhaftung erneut beim Sprayen am Zürcher Heizkraftwerk. Der Schaden beläuft sich auf 20 000 Franken.
Bunte Hahnenkämpfe
«Den Sprayern geht es hauptsächlich um ihr Ego», erklärt Priska Rast. Laut der Leiterin der Stadtzürcher Fachstelle für Graffiti wollten die Jugendlichen sich mit ihren Aktionen Respekt verschaffen und sich in einer Rangordnung hochkämpfen. «Die meisten produzieren deshalb Masse statt Qualität», erklärt sie. Luca Roncoroni vom Zürcher Hauseigentümerverband rät betroffenen Hausbesitzern dazu, Graffiti sofort zu entfernen. «Die Erfahrung zeigt, dass die Sprayer dann ein Haus eher in Ruhe lassen», erklärt er. Der Verband unterstütze Mitglieder beim ersten Mal mit 300 Franken. Bei gefährdeten Liegenschaften lohne es sich ausserdem, die Fassade speziell zu präparieren. Die SBB bringen alle Schmierereien konsequent zur Anzeige und nehmen gegebenfalls Regress auf die Täter. «Das Rei-nigen eines Zuges kann schnell 10 000 Franken kosten», erklärt Mediensprecher Daniele Pallecchi. Er hält nicht allzu viel von den Graffiti-Sprayern: «Meist sind das junge Männer, die sich der finanziellen Konsequenzen ihres Tuns nicht bewusst sind. Sobald sie eine Freundin haben, hören sie mit dem Blödsinn wieder auf.»