Kunstturnen Der immense Aufwand lohnte sich bei den Zürcher Kunstturnerinnentagen in Rümlang
Gleich zwei Siege fürs Unterland
Die Bülacherin Celine Stähli hat den Heimvorteil genutzt und in Rümlang einen überraschenden Erfolg gefeiert. Auch die Musik spielte im Programm der 15-Jährigen eine wichtige Rolle.
Renate Ried
Am Boden fiel die gross gewachsene Bülacherin Celine Stähli mit einer ausdrucksstarken und eleganten Kür positiv auf. (Philippe Wyss)
Dank der Bülacherin Celine Stähli im P4 sowie Larissa Jossi aus Opfikon-Glattbrugg im P2 kann das Zürcher Unterland zwei Kantonalmeisterinnen im Kunstturnen feiern. Sehr zur Freude des organisierenden Vereins, der Kunstturnerinnen Bülach, darf sich die 15-jährige Celine Stähli als Fünfte und beste Zürcherin als Kantonalmeisterin P4 feiern lassen. Stähli überzeugte vor allem am Sprung und am Boden.
Am Sprung erhielt die Unterländerin für ihren Tsukahara gehockt die Höchstnote aller Turnerinnen, und am Boden setzte sich die gross gewachsene Turnerin mit einer ausdrucksstarken und eleganten Bodenkür positiv in Szene. Während bei vielen Mädchen die Musik am Boden nur den Hintergrund bildet, interpretieren die Bülacherinnen die Musik bis zum Schlusstakt. Jeder Akzent wird ausgenutzt, um die Bewegungen zu unterstreichen: «Jedes Mädchen hat ihre eigene Musik, die sie maximal zwei Jahre behält. Es muss zum Mädchen passen», so Edith Meier, die langjährige Trainerin der Kunstturnerinnen Bülach. «Ich hätte nie gedacht, dass ich heute besser bin als alle Kaderturnerinnen», so die überglückliche Celine Stähli nach der Rangverkündigung.
Stähli turnt in der Riege Bülach pro Woche elf Stunden. Seit sie viereinhalb Jahre alt ist, hat sie der Turnvirus gepackt: «Es macht mir extrem viel Spass!» Der Virus hat in der Zwischenzeit die ganze Familie angesteckt.
Oberländerinnen im Vorteil
Für weitere Unterländer Glanzpunkte und einen Rang in den Auszeichnungen sorgten im P4 Simona Pongelli (21., Bülach) und die Turnerinnen aus Opfikon-Glattbrugg Alina Dintheer (16.), Muriel Erni (28.) und Romy Wiestner (30.). Bei den Amateurinnen verpasste Seraina Fröhlich (Bülach) als Vierte das Podest nur knapp.
Auffallend ist, dass in der schwierigsten Programmstufe P5 keine Unterländerinnen am Start waren. Der Standort des Leistungszentrums für die Mädchen ist Rüti – nicht wie bei den Knaben Rümlang. Bei den Turnerinnen ist dementsprechend die «Turn-Hochburg» im Zürcher Oberland, so wie bei den Knaben im Zürcher Unterland.
Schade eigentlich, dass der Standort eines Zentrums so einen grossen Einfluss auf die turnerische Laufbahn hat. Eine, die den Weg aus dem Unterland nach Rüti auf sich nimmt, ist die zehnjährige Larissa Jossi aus Opfikon-Glattbrugg. Der Aufwand hat sich gelohnt: Larissa Jossi konnte sich als Kantonalmeisterin im P2 feiern lassen.