Kunstturnen Zweimal Gold, viermal Silber und einmal Bronze im Kunstturnen
Unterländer hamstern Medaillen
Der Freiensteiner Marco Rizzo gewann an den Schweizer Meisterschaften der Junioren gleich vier Silbermedaillen. Auch andere Unterländer holten sich Medaillen ab und beeindruckten das Publikum.
Renate Ried
Henjü Mboyo vom TV Opfikon-Glattbrugg turnte im P3 überragend und gewann die Junioren-Goldmedaille. (Bruno Mäder)
Nach der EM-Bronzemedaille im Mehrkampf im April 2010 holte sich Pablo Brägger (Oberbüren SG) in Solothurn auch den Titel Schweizer Juniorenmeister 2010. Auch bei den Juniorinnen in Uetendorf setzte sich die EM-Mehrkampffinalistin Nadia Baeriswyl (Düdingen) durch.
Erfolgreichster Unterländer war Marco Rizzo (Kutu Freienstein). Der Embracher gewann im P6 vier Silbermedaillen: Im Mehrkampf, am Sprung, am Barren und am Pauschenpferd.
Zwar gelang ihm kein optimaler Start. Doch in der Folge erwies er sich als nervenstark und zeigte gute Übungen. Vor allem am Sprung wagte er zum ersten Mal im Wettkampf in seiner Karriere den Roche – einen Überschlag gefolgt von einem Doppelsalto gehockt – einen absoluten Weltklassesprung. Obwohl er die Landung stürzte, darf er stolz auf sich sein: «Ich hatte schon etwas Angst und war etwas enttäuscht», gibt er zu, «doch jetzt überwiegt die Freude klar.» Nach Bronze im Jahr 2009 gewann er in nun Silber.
Marathon-Mann Marco Rizzo
Am Sonntag qualifizierte sich Rizzo gleich für alle sechs Gerätefinals. Ein Mammutprogramm: Um den Wettkampf für die Zuschauer attraktiv zu gestal- ten, wurden die Finals nahe aneinander durchgeführt, dass dem Mehrfachfinalisten keine Zeit zum Durchatmen blieb. «Ich bin kaputt. Bei der Hitze keine Pause zu haben, war sehr hart ich habe das Gefühl, als hätte ich einen Marathon absolviert», sagte Rizzo. Es blieb ihm auch keine Zeit, sich auf ein neues Gerät einzustellen und sich zu fokussieren – und dies bei einer so komplexen Sportart. Am Boden kostete der Stress Rizzo sogar einen Podestplatz.
Der zwölfjährige Henjü Mboyo (TV Opfikon-Glattbrugg) liess das Kampfgericht und das Publikum staunen. Kein anderer reihte in derartiger Leichtigkeit an allen Geräten Höchstschwierigkeiten, wie zum Beispiel Doppelsalto gehockt als Ausgang am Reck, aneinander. Seine Schwünge waren ausgeturnt, sein Stütz am Pferdpauschen höher als die Körperpositionen der Konkurrenz. Am Ende gewann das Ausnahmetalent Mboyo mit über vier Punkten Vorsprung das P3.
Übung macht den Meister
Hinter diesem Erfolg stecken viele Trainingsstunden, das weiss auch der junge Turner zu schätzen: «Mein Trainer Christian Grossniklaus unterstützt mich überall. Im Turnen und in der Schule. Er hilft mir auch bei den Hausaufgaben, irgendwie gehört er schon zu meiner Familie.» Auch Marcin Schäfli (Kutu Freienstein) erreichte sein Saisonziel und wurde ausgezeichneter Dritter. «Ich bin sehr happy, ich war doch sehr nervös vor und während dem Wettkampf», sagte der sichtlich erleichterte Marcin Schäfli.
Die zehnjährige Larissa Jossi (TV Opfikon-Glattbrugg) startete am Sprung ausgezeichnet mit der hohen Wertung von 12,20. Am Ende war dies auch die Höchstnote im P2 an diesem Gerät. Auch an den anderen Geräten kam die Klotenerin ohne Patzer durch und durfte sich freudestrahlend die Silbermedaille umhängen lassen.
Ihre Teamkollegin Sarah Bieri wurde gute Zehnte. Nicht fehlerfrei durch kamen Anina Moor (Kutu Neerach) und Jeannine Künzle (Kutu Bülach). Anina Moor musste bei der Pirouette den Balken verlassen und Jeannine Künzle wurde die gegrätschte Variante der Schwebekippe als Eingang am Stufenbarren nicht anerkannt, was sie mehrere Plätze kostete. Moor wurde Elfte und Künzle 24. Die Goldmedaille im Teamwettkampf war für Jeannine nur ein leichter Trost.