Rümlang Corinne Brunner hat ein grosses Herz für alte Hunde
Angenehme Senioren warten auf ein bisschen Zuneigung
Junge Hunde finden schnell den Weg aus dem Tierheim zu neuen Herrchen und Frauchen. Alte Hunde warten hingegen vergeblich auf eine Platzierung. Eine Rümlangerin findet sich damit nicht ab.
Beatrix Bächtold
«Hund an Bord» steht auf dem Van von Corinne Brunner. Doch wenn sich die Türen öffnen, kommt gar ein ganzes Rudel heraus (von links): Dudiwädi, Tobi, Alinghi im Kinderwagen, Lulu und Wasti. (beb)
«Die Angst, sich mit einem alten Hund Probleme zu holen, ist ein Vorurteil», behauptet Corinne Brunner und streichelt ihren Alinghi. Das gut 15-jährige Schnauzerli kuschelt sich zufrieden an sie. Vor einigen Jahren war es zusammen mit seinem Bruder Bobby im Tierheim gelandet. Ihr Meister war gestorben, die Hunde blieben allein zurück. Corinne Brunner holte die beiden zu sich. «Ich habe es keinen Moment bereut», sagt die Rümlangerin. Hunde ab etwa fünf Jahren seien äusserst angenehme Lebensgenossen.
Grosses, altes Rudel
Momentan gehören zu Brunners Rudel vier betagte Hunde. Für zwei weitere «Senioren» hat sie die Patenschaft übernommen: Der unter Arthrose leidende Labrador Sämy wohnt seit Monaten im Altersheim Stadel, der ausgediente Hofhund Miro macht sich auf Brunners Kosten bei Pfarrer Siebers Auffangstation Brot-Egge nützlich. «Ich komme für Futter, ärztliche Betreuung und Medikamente auf – pro Jahr ein vierstelliger Betrag», sagt Brunner. Und ab und zu stattet das Gotti ihren Schützlingen auch einen Besuch ab.
Gerade ältere Menschen wären mit einem älteren Tier besser bedient als mit einem jungen, ungestümen Energiebündel, ist Brunner überzeugt. Doch viele können es sich nicht leisten. Sie haben Angst vor einer finanziellen Zeitbombe.
Einige Hunde würde sie gerne vermitteln, sagt Brunner und erzählt von einer siebenjährigen Bergamasker Mischlingshündin, die mit einer Tablette pro Tag bestens lebt, und von Lisa, einer blonden Retrieverdame, die «lieb, aber halt schon fünf» sei – und somit chancenlos auf einem Markt, bei dem nur die Jugend zähle.