Bülach Die Fahrenden auf dem Gelände des Alpenhofs ziehen heute weiter
Auf ständiger Durchreise leben
Die Fahrenden, die sich in Bülachs Soliquartier einquartiert haben, wären gerne länger geblieben. Die Anwohner sind froh, dass sie gehen.
Diana Frei
«Aber nicht das Nummernschild fotografieren!» ? Fahrende aus Frankreich. (dif)
Zwölf Wagen von Fahrenden stehen seit Sonntag zuhinterst im Soliquartier, und es sind bei der Stadtpolizei schon Reklamationen eingegangen, die Durchreisenden hinterliessen Abfall. Auch verrichteten sie ihr Geschäft im Wald, sagen Anwohner. «Nur ein paar wenige von ihnen sind im Vorfeld zu mir gekommen und gaben sich als campierende Touristen aus», sagt der Pächter des Grundstücks, der sein Land den Fahrenden bis heute privat vermietet hat.
«Zigeuner» will niemand
Eine der Fahrenden gibt die Lüge ohne zu zögern zu, als sie danach gefragt wird: «Würden wir sagen, wir seien Zigeuner, könnten wir nirgends Halt machen.» «Wir würden auch gerne etwas länger bleiben», sagt ein Familienvater. Die Gruppe kommt aus Paris und will weiter durch die Schweiz ziehen, bevor sie nach Frankreich zurückkehrt. Fahrende kämen etwa einmal im Jahr vorbei, sagt Enrico Rimann von der Stadtpolizei Bülach. Hielten sie sich auf privatem Grund auf, sei die Polizei nur für allfällige Klagen zuständig. Bleiben die Abfallsäcke heute also liegen, ist der Pächter dafür verantwortlich. Die Fahrenden wiederum bemängeln, dass es für sie hier nicht wie in anderen Ländern Plätze mit fliessendem Wasser gäbe ? und nur den Wald als Toilette.