| SAMSTAG, 03. MÄRZ 2001 ZÜRCHER UNTERLÄNDER |
| DÄNIKON / Geschichten von früher und neue Impulse prägen das Bild dieser Gemeinde |
| Die Traditionen wirken weiter |
Politisch ist Dänikon eine eigenständige Gemeinde im unteren Furttal. In allen andern Bereichen ist das Dorf aber in Zusammenarbeit mit Hüttikon, Boppelsen und Otelfingen für das Wohl der Bevölkerung besorgt.
BARBARA GASSER |
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| Das Anna-Stüssi-Haus (links) ist zu einer Art Dorfzentrum geworden. Es steht in unmittelbarer Nähe des Gemeindehauses. (Bild: David Baer) |
Die Primarschulgemeinde Dänikon-Hüttikon wurde bereits 1865 gegründet. Das Schulhaus steht zwischen den beiden Dörfern und ist 1867 eingeweiht worden. Als Standort für die Oberstufe der vier Kreisgemeinden Otelfingen, Boppelsen, Hüttikon und Dänikon wurde 1930 Otelfingen gewählt. Und auch heute noch fahren die Däniker Schülerinnen und Schüler ab der siebten Klasse mit dem Velo in die Nachbargemeinde auf der anderen Seite des Tals.
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Dieselben vier Gemeinden haben sich auch im Zweckverband der Feuerwehr zusammengeschlossen und sind gemeinsam für die Kläranlage zuständig. Das Vereinsleben ? die Dänikerinnen und Däniker können aus mehr als 20 Möglichkeiten wählen ? findet ebenfalls mit allen vier Gemeinden statt. Diese Verbindungen fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl im unteren Furttal.
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Dänikon gehört überall ein bisschen dazu, so auch zur östlichen Nachbargemeinde Dällikon. Die Ähnlichkeit der beiden Namen führt zwar öfters zu Missverständnissen, doch der Stolz auf die eigene Gemeinde sorgt jeweils für eine Richtigstellung. Immerhin teilen sich die reformierten Dänikerinnen und Däniker die Kirche mit den Dällikern. Aber seit das Anna-Stüssi-Haus für die verschiedensten Anlässe zur Verfügung steht, finden auch dort regelmässig Gottesdienste statt.
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Anna Stüssi spielt in der Geschichte von Dänikon eine wichtige Rolle. Sie wurde 1891 geboren und wuchs als einziges Kind auf dem Landwirtschaftsbetrieb ihrer Eltern auf. Schon früh musste sie auf dem Feld und im Stall mithelfen. Zum Besitz gehörten auch Reben, die sie bis ins hohe Alter mit Hingabe pflegte. Das tägliche Glas Wein gehörte denn auch zu ihrem Leben. Als sie im November 1985 mit 94 Jahren starb, hinterliess sie ihrer Heimatgemeinde ein beträchtliches Vermögen in Form von Wald, Land und Liegenschaft. Das neue Anna-Stüssi-Haus wurde im Gedenken an diese Frau gebaut und wird vielseitig genutzt, sei es für Theatervorführungen, Konzerte, Vereinsaktivitäten, Gemeindeversammlungen, Fasnachtsbälle oder Weihnachtsfeiern. Dieses Haus ist zu einer Art Dorfzentrum mit kleinem Spielplatz geworden.
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Ebenfalls nicht aus der Dorfgeschichte wegzudenken ist Rosa Schibli, Wirtin zur Waldschenke Altberg. 1922 war sie mit ihrer Familie auf den Altberg gezogen und baute dort einen Restaurantbetrieb auf. Als ihr Mann 1955 starb, hatte sie die Waldschenke zusammen mit ihren vier Töchtern weiterbetrieben. Als sich Rosa Schibli 1980 aus dem Geschäft zurückzog, machte ihre Tochter Gertrud Hintermann weiter. Sie war es auch, die das allseits beliebte Fondue auf die Speisekarte setzte. Inzwischen wirtet ihre Tochter Gaby in der Waldschenke.
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In Dänikon kann auch ein neuer Brauch bald einmal zur Tradition werden. Zum Beispiel die Storchenfahne: Am 24. Juni 1982 kündigte sie zum ersten Mal die Geburt eines Kindes an. Initiantin dieses neuen Brauchs ist Françoise Roth. Bereits hängt die Storchenfahne in der dritten Ausführung an den jeweiligen Fahnenmasten. Der mittlere kündigt ein Mädchen an, der rechte (westliche) ist für die Buben reserviert, und Mehrlingsgeburten werden an der linken (östlichen) Stange bekannt gegeben.
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Trotz geschichtsträchtigem Hintergrund ist Dänikon eine moderne Gemeinde mit einem attraktiven Dienstleistungsangebot. Als einziges Dorf im unteren Furttal bietet es einen Bancomat-Service. Das Postbüro leitet Beat Haldimann, nachdem es zuvor von vier Generationen Meier geführt worden ist. Der kürzlich umgebaute Volg-Laden ist ein Treffpunkt für die Bevölkerung, ebenso wie das Restaurant «Frohsinn». Sogar eine Arztpraxis gibt es in Dänikon. Wen es trotz allem einmal in die Stadt zieht, der ist auch ohne Auto nicht verloren. Dafür sorgen regelmässige Busverbindungen.
Dänikon in Zahlen
Ein Alemanne namens Tanno zog einst durch das Furttal. Weil alle Südhänge schon besetzt waren, mussten er und seine Leute sich mit dem Gelände nördlich des Altbergs begnügen. Sie erstellten Höfe, die Taninchova, dann Tenninchoven und viel später schliesslich Dänikon hiessen. Jahrhundertelang bewirtschafteten die Bewohner der kleinen Siedlung ihr Land als Bauern. Heute werden von den 280 Hektaren Gesamtfläche noch 54 Prozent landwirtschaftlich genutzt. 32 Prozent sind mit Wald bewachsen, und 10 Prozent entfallen auf Siedlungen. 4 Prozent stehen für den Verkehr zur Verfügung. Ende 2000 lebten in der Gemeinde 1731 Personen. Der Wohnungsbestand betrug Ende 1999 668 Einheiten, davon 208 Einfamilienhäuser. (bg) |
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