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ZUgespitztAbfallentsorgung gar nicht leicht gemacht

In der Rubrik «ZUgespitzt» greifen Redaktorinnen und Redaktoren Themen aus dem Unterländer Alltag auf.

Altglas wird nach Farben getrennt in die jeweiligen Behälter entsorgt.
Altglas wird nach Farben getrennt in die jeweiligen Behälter entsorgt.
Foto: Erwin Zbinden 

Irgendwann geht es nicht mehr anders, und es ist Zeit zu entsorgen. Den Hauskehricht bringe ich regelmässig im schwarzen Sack mit dem grünen Kleber versehen in den Container, der bei den Briefkästen steht. Das ist easy.

Tote Pflanzen, welke Blätter und Rüstabfälle landen in meinem privaten Grünkübel. Ich muss mir aber jedes Mal eine Notiz machen, damit ich nicht vergesse, ihn oben an die Strasse zu stellen. Dafür gilt es aber zuerst mehrere Treppenstufen zu überwinden. Ärgerlich, wenn ich ihn, immer noch gefüllt, wieder runterrollen muss, weil ich nicht daran gedacht habe, dass während der Wintermonate nur alle zwei Wochen Grüngutabfuhr ist.

Wenn sich der Deckel der eigens für leere Flaschen und andere Glasgefässe bereitgestellten Holztruhe nicht mehr schliessen lässt, ist es Zeit für die Entsorgung. Auch PET sammle ich dort. Beim Werkhof unserer Gemeinde stehen die Behälter für Glas, das nach Farbe getrennt eingeworfen wird. So weit also kein Problem.

Doch wohin mit den leeren PET-Flaschen? Jedenfalls nicht an den gleichen Ort wie das Altglas. Dafür kann ich dort auch noch nicht mehr gebrauchte Textilien und Schuhe loswerden. Die übervolle Tasche mit dem PET ist aber immer noch in meinem Auto. Und dort bleibt sie bis zum nächsten Einkauf bei einem Grossverteiler, wo in der Parkgarage die riesigen Sammelsäcke bereitstehen. Sofern ich nicht vergesse, die Tasche dann zu leeren. Gebrauchte Batterien und Kartuschen für den Wasserkrug nehme ich ebenfalls mit; auf dass ich sie in die passenden Löcher in der Wand des Supermarkts verschwinden lasse – und nicht wieder mit nach Hause nehme, wie es leider oft passiert. In der Hitze des Einkaufsgefechts denke ich nicht mehr an die mitgebrachten Altlasten.

Seit Jahren immer noch nicht weggeschafft sind aber Farbreste, übrig gebliebenes Putzmittel, undefinierbare Flüssigkeiten und eingetrocknete Reste von irgendetwas. Zwar kommt das Abfallmobil immer mal wieder in unsere Gegend, bloss leider zu Zeiten, zu denen ich es garantiert nicht an den jeweiligen Standort schaffe.

Blieben noch Altpapier und Karton, aber unbedingt separat gesammelt. Wenn es dann wieder so weit ist, dass das alles abgeholt wird, schleppe ich die Bündel aus dem Keller runter zu den Briefkästen. Das kann dauern und mehrere Gänge beinhalten. Macht aber nichts, denn das betrachte ich einfach als Gratis-Fitnesstraining.

Irgendwie schaffe ich es immer wieder, den anfallenden Recyclingabfall sachgerecht zu entsorgen, weil es mir ein Anliegen ist. Manchmal habe ich aber das Gefühl, dies zu managen, sei ein Fulltime-Job. Dabei fallen bei mir noch nicht mal leere Kaffeekapseln an, deren Rückgabe am richtigen Ort auch nicht ganz einfach sein soll.