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#MeToo beim Fernsehen RTSAffäre Rochebin wird zu einem Fall RTS

Dem langjährigen RTS-«Tagesschau»-Moderator Darius Rochebin und Fernsehkadern werden sexuelle Übergriffe vorgeworfen. 700 Mitarbeiter werfen ihrer Direktion vor, wegzuschauen und Fehlbare zu schützen.

Im Sommer verliess der gefeierte «Tagesschau»-Moderator Darius Rochebin das Westschweizer Fernsehen RTS und wechselte zum französischen Sender TF1. Dort nimmt er sich nach den Anschuldigungen aus der Schweiz derzeit eine Auszeit.
Im Sommer verliess der gefeierte «Tagesschau»-Moderator Darius Rochebin das Westschweizer Fernsehen RTS und wechselte zum französischen Sender TF1. Dort nimmt er sich nach den Anschuldigungen aus der Schweiz derzeit eine Auszeit.
Foto: Jean-Christophe Bott (Keystone)

Darius Rochebin war der Liebling der Romands. Kokett und witzig wirkte der Moderator des Westschweizer Fernsehens auch dann, wenn ihm Staatschefs wie Emmanuel Macron und Wladimir Putin gegenübersassen.

Im Sommer verliess der gefeierte «Tagesschau»-Moderator das Fernsehstudio in Genf. Seither setzt sich der 53-Jährige beim französischen Privatsender TF1 in Szene. Noch am Mittwoch interviewte er Frankreichs Ex-Präsidenten François Hollande.

Doch nun droht er für immer von den Bildschirmen zu verschwinden. Journalisten der Westschweizer Zeitung «Le Temps» haben über andere, offenbar verborgene Seiten des Journalisten recherchiert. Am Samstag machten sie ihre Arbeit öffentlich. Der Vorwurf: Rochebin soll während Jahren Frauen und junge Männer sexuell belästigt haben. Betroffene haben den Journalisten ihre Erlebnisse geschildert. Im Artikel bleiben die Quellen anonym. Ihre Anschuldigungen sind hart. Niemand hat gegen Rochebin geklagt. Auf Fragen dieser Zeitung hat Rochebin nicht reagiert. Der Agentur Agence France Presse teilte Rochebin via seinen Genfer Anwalt mit: «Ich habe nie eine nicht einvernehmliche oder unrechtmässige Beziehung gehabt.» Er prüfe rechtliche Schritte gegen Unterstellungen.

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