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Krawalle an der CopacabanaAnhänger und Gegner von Bolsonaro geraten aneinander

In mehreren Städten Brasiliens gingen Befürworter und Gegner des Präsidenten aufeinander los. Am berühmten Strand in Rio wurden die Kontrahenten mit Pfefferspray getrennt.

In verschiedenen Städten, wie hier in Rio, griff die Polizei ein.
In verschiedenen Städten, wie hier in Rio, griff die Polizei ein.
Foto: Getty Images
Bolsonaro-Sympathisanten und -Gegner gerieten auf offener Strasse aneinander.
Bolsonaro-Sympathisanten und -Gegner gerieten auf offener Strasse aneinander.
Foto: Getty Images
São Paulo: Mit Tränengas gegen die Demonstranten.
São Paulo: Mit Tränengas gegen die Demonstranten.
Keystone:  Andre Penner/AP
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In der brasilianischen Millionenmetropole São Paulo haben sich Anhänger des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro und Regierungsgegner heftige Auseinandersetzungen geliefert. Die Polizei setzte am Sonntag Tränengas ein, um die verfeindeten Gruppen zu trennen, wie im Fernsehsender Globo zu sehen war.

Die Proteste der Regierungsgegner waren von Fussballfans organisiert worden und richteten sich gegen die aus ihrer Sicht antidemokratischen Tendenzen der Regierung Bolsonaro. Auch in Rio de Janeiro gingen sowohl Gegner als auch Anhänger Bolsonaros auf die Strasse. Die Polizei trieb die Gruppen auf der Strandpromenade Copacabana mit Pfefferspray auseinander, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete. In der Hauptstadt Brasília gingen unterdessen zahlreiche Regierungsanhänger auf die Strasse.

Warnungen vor neuen Militärdiktatur

Vor dem Obersten Gerichtshof forderten einige Demonstranten einen Militärputsch. Das Gericht hatte zuletzt Ermittlungen gegen ein Fake-News-Netzwerk aus Bolsonaro-Unterstützern genehmigt. Viele Anhänger des Ex-Militärs werfen der Justiz vor, ihre Kompetenzen zu überschreiten und mit ihren Entscheidungen die Macht des Staatschefs zu beschneiden.

Bolsonaro grüsste seine Anhänger am Sonntag hoch zu Ross inmitten einer Reiterstaffel der Streitkräfte.
Richter Celso de Mello verglich in einem Schreiben an seine Kollegen am Obersten Bundesgericht die aktuelle Lage in Brasilien mit der Endphase der Weimarer Republik und warnte vor einer neuen Militärdiktatur. Brasilien war von 1964 bis 1985 von Generälen regiert worden. Bolsonaro hat immer wieder Sympathien für die Diktatur geäussert.

SDA

32 Kommentare
    Remo Fontana

    Bolsonaro muss jetzt die Versprechen der "zum Presidenten Helfer" einlösen. So ist es erlaubt Land im Amazonas für Landwirtschaft zu Roden, die Garimperos/Goldwäscher dürfen wieder auch in den Indianergebieten Gold waschen und die Flüsse mit dem Quecksilber verseuchen. Bolsonaro wollte nie einen Corona Lockdown oder Quarantäne für das Volk. Dazu hat er schon 2 Gesundheitsminister entlassen und heute dort auch einen Militaristen eingestellt. Die Gouverneure welche mit dem Vorgehen von Bolsonaro nicht einverstanden sind haben selbst Lockdown Regelungen verordnet und wurden dann von Bolsonaro als Scheisskerle tituliert. Im Moment ist die Situation Brasilen äusserst kritisch. Die Bolsonaristas und die Anhänger der Demokratie beginnen sich auf den Strassen zu bekämpfen. Die Arbeitslosigkeit steigt enorm an. Spitäler hauptsächlich in den Grossstädten sind am Anschlag. Bolsonaro hat das Verhältnis zu Senat und den Gouverneuren sowie auch zum obersten Gericht verloren. Es ist nur eine Frage der Zeit wann und wie das Land eskalieren wird. Ob übermacht des Militärs oder Absetzung von Bolsonaro leidtragende einmal mehr ist das Volk.