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Höchster Stand seit 2017Arbeitslosenquote steigt auf 3,5 Prozent

Im Dezember haben sich 163'545 Personen als arbeitslos gemeldet. Am wenigsten stark stieg die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen.

Besonders von der Arbeitslosigkeit getroffen: Restaurants und Bars wie das «Ringgenberg» in Bern bleiben wegen der Covi-Pandemie bis im Februar 2021 geschlossen.
Besonders von der Arbeitslosigkeit getroffen: Restaurants und Bars wie das «Ringgenberg» in Bern bleiben wegen der Covi-Pandemie bis im Februar 2021 geschlossen.
Bild: Keystone (Peter Schneider)

Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz hat im Dezember deutlich zugenommen. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vormonat November auf 3,5 von 3,3 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Freitag mitteilte. Sie erreichte damit den höchsten Stand seit Januar 2017.

Die Arbeitslosenquote ist üblicherweise saisonalen Schwankungen unterworfen, weil es in den Wintermonaten etwa auf dem Bau, in der Landwirtschaft und in der Gastronomie jeweils weniger Arbeit gibt. Die vom Seco um die saisonale Faktoren bereinigte Arbeitslosenquote verharrte im Dezember bei 3,4 Prozent.

Insgesamt waren in der Schweiz im Dezember 163'545 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) als arbeitslos gemeldet. Das waren 10'275 mehr als im Vormonat.

Gegenüber dem Vorjahresmonat lag die Zahl massiv höher, nämlich um 46'268 Personen. Die Arbeitslosenquote hatte damals – also in der Vor-Corona-Zeit – noch bei 2,5 Prozent gelegen.

3,1 Prozent im Jahresmittel

Die Folgen der Coronakrise auf den Schweizer Arbeitsmarkt lassen sich am ehesten an der durchschnittlichen Arbeitslosigkeit ablesen. Die Arbeitslosenquote lag 2020 im Durchschnitt bei 3,1 Prozent nach 2,3 Prozent im Jahr zuvor. Ein so hoher Wert wurde letztmals im Jahr 2017 registriert.

Viele von der Coronakrise betroffene sind aber in Kurzarbeit gelandet. Offiziell liegen allerdings erst die Werte für den Oktober vor. Damals waren laut den Angaben 219'388 Personen von der Kurzarbeit betroffen nach gut 204'000 im September.

Auf dem Höhepunkt der Coronakrise im April waren es gut eine Million gewesen. Der «massive» Einsatz der Kurzarbeitsentschädigung habe die negativen Auswirkungen der Krise auf die Unternehmen und die Arbeitnehmenden sehr stark abgedämpft, stellte das Seco fest.

Stabile Jugendarbeitslosigkeit

Aufgeschlüsselt nach Alter stieg die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen am wenigsten stark. Die Quote bei den 15- bis 24-Jährigen nahm zum Vormonat auf 3,4 von 3,3 Prozent zu.

Bei den 25- bis 49-Jährigen (0,8%) sowie den 50- bis 64-Jährigen (3,4%) nahm sie jeweils um 0,3 Prozentpunkte zu. Gestiegen ist sie auch bei den Ausländern (auf 6,4% von 5,8%), während sie bei den Schweizern (auf 2,5% von 2,4%) fast stabil geblieben ist.

Das Seco hat derweil im Dezember insgesamt 260'318 Stellensuchende registriert, 9'179 mehr als im Vormonat. Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen verringerte sich auf der anderen Seite um 3'635 auf 25'226. Von diesen unterlagen gut die Hälfte der Meldepflicht.

SDA/lop

38 Kommentare
    Frank Zuffnik

    Auch Arbeit koennte man in einer Gesellschaft anstaendig verteilen, aber was beim Geld schon nicht funktioniert kann ja ueberhaupt nicht gut sein. Der Neid waer ploetzlich weg, wenn man mal zusammenstehen taete. Das waer natuerlich bloed.