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Mysteriöse RadioblitzeAstronomen finden Muster in Signal aus dem Weltall

Ein Impuls aus einer anderen Galaxie wiederholt sich alle 157 Tage. Es ist erst das zweite Mal, dass Forscher ein solches Muster nachweisen und damit Rückschlüsse auf die Herkunft ziehen können.

Die Radioblitze wurden mit dem Lovell Radio Telescope des Jodrell Bank Observatory in Lower Withington in England untersucht.
Die Radioblitze wurden mit dem Lovell Radio Telescope des Jodrell Bank Observatory in Lower Withington in England untersucht.
Foto: Reuters

Erst zum zweiten Mal überhaupt haben Wissenschaftler eine sich wiederholende Radiowelle aus dem Weltraum entdeckt. Im Februar 2020 wurde im nur Millisekunden dauernden «Fast Radio Burst» FRB 180916.J0158+65 ein Muster erkannt. Das Signal konnte von Astronomen in Kanada jeweils vier Tage lang empfangen werden, bevor es für zwölf Tage verstummte.

Nun haben Forscher in England den im Jahr 2012 entdeckten FRB 121102 über vier Jahre lang beobachtet und auch bei ihm eine Wiederholung festgestellt. Während genau 90 Tagen konnten die Radioblitze aufgezeichnet werden, danach herrschte 67 Tage lang Funkstille. Alle 157 Tage wiederholt sich dieses Phänomen – beim ersten Muster waren es etwas mehr als 16 Tage.

Insgesamt 32 Bursts zeichnete das Lovell-Teleskop am Jodrell Bank Observatory in England auf. Das Muster der Ausbrüche könnte gemäss den Astronomen darauf hindeuten, dass sie mit der Bahnbewegung eines massereichen Sterns oder eines Schwarzen Lochs zusammenhängen. Auch ein Neutronenstern käme infrage, die Dauer der Wiederholung von 157 Tagen lasse diese Erklärung gegenüber den anderen Ansätzen aber eher unwahrscheinlich erscheinen. Die meisten Wissenschaftler vertreten derzeit die Theorie eines Schwarzen Lochs.

Das Lovell-Teleskop in England registrierte 32 Zyklen der Radioblitze. Jeweils 90 Tage lang wurden die Impulse empfangen, danach folgten immer 67 Tage Funkstille.
Das Lovell-Teleskop in England registrierte 32 Zyklen der Radioblitze. Jeweils 90 Tage lang wurden die Impulse empfangen, danach folgten immer 67 Tage Funkstille.
Foto: Reuters

Die Fast Radio Bursts sind damit weiterhin nicht entschlüsselt. Die meisten dieser Strahlungsausbrüche sind nur einmalig messbar und werden dann nie wieder entdeckt. Sie dauern wenige Millisekunden, entladen aber so viel Energie wie Millionen von Sonnen.

Schon die Entdecker des ersten sich wiederholenden Signals haben die Theorie entwickelt, dass Sterne oder Schwarze Löcher für solche Muster infrage kommen könnten, da der Zyklus auf eine Umlaufperiode hinweisen könnte, bei der das Objekt, das die Radioblitze sendet, jeweils nur während einer gewissen Zeit der Erde zugewandt ist.

Eine andere Erklärung wäre, dass das Signal von einem massereichen Stern stammt und regelmässig von Winden oder Störungen durch ein Schwarzes Loch unterbrochen wird. Weitere Rückschlüsse sollen Untersuchungen von anderen sich wiederholenden Radioimpulsen aus dem All bringen.

Das Teleskop wurde unter anderem von Sir Bernard Lovell konzipiert und 1987 nach ihm benannt. Fertiggestellt wurde es bereits 1957.
Das Teleskop wurde unter anderem von Sir Bernard Lovell konzipiert und 1987 nach ihm benannt. Fertiggestellt wurde es bereits 1957.
Foto: Keystone

anf

17 Kommentare
    Marcus Vir

    Der Titel ist irreführend. Jeder denkt bei der Formulierung "Aliens!" Und dann kommt ein Bericht, dass starke Radioblitze (nicht "Signale") mit gewisser Regelmässigkeit detektiert werden...