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Zugverkehr über GrenzenAuf nach Paris – mit Sondergenehmigung

Seit Montag sind Reisen nach Paris mit den TGV Lyria ab Basel und Genf wieder im Angebot. Allerdings braucht es triftige Gründe für einen Trip in die französische Hauptstadt.

Mit den TGV Lyria gehts wieder nach Paris. Allerdings nur mit Einschränkungen.
Mit den TGV Lyria gehts wieder nach Paris. Allerdings nur mit Einschränkungen.
KEYSTONE

Die SBB haben seit Montag den Verkehr deutlich ausgeweitet. Allerdings enden die meisten Fahrten weiterhin an den Grenzen. Doch auch hier tastet sich die Bahn an den Normalfall heran. So verkehren seit Wochenbeginn wieder zwei Züge pro Tag von TGV Lyria zwischen Genf und Paris und Basel und Paris.

In Frankreich trat am Montag die erste Phase der Lockerungen in der Corona-Pandemie in Kraft. So dürfen Franzosen nun ohne Passierschein das Haus verlassen und Reisen bis zu 100 Kilometer machen. Geschäfte dürfen unter Auflagen öffnen, Schulen und Kitas schliessen schrittweise wieder auf. Cafés, Restaurants, Bars, Kinos, Theater und grössere Museen bleiben allerdings weiterhin geschlossen.

Der Ausflug in die französische Hauptstadt ist allerdings an viele Bedingungen geknüpft. Und das Vergnügen, zum Beispiel Shopping, gehört nicht dazu. Einreisen darf weiterhin nur, wer triftige Gründe hat. Dazu gehört die Arbeit, ein Schulbesuch, dringende familiäre Angelegenheiten oder ein Wohnsitz in Frankreich.

Ohne Papier läuft nichts

Wer die Reise unternimmt, muss nachweisen können, weshalb er oder sie unterwegs ist. Auskunft darüber gibt die Internetseite des französischen Innenministeriums sowie die Botschaft in Bern, wo auch das Formular für eine Sonderbescheinigung heruntergeladen werden kann. Ohne dieses Papier, das an der Grenze vorgezeigt wird, läuft nichts.

Auch die Deutsche Bahn hat am Montag den grenzüberschreitenden Zugverkehr nach Frankreich wieder aufgenommen. Auf der Fernverkehrsstrecke von Frankfurt über Saarbrücken bis nach Paris verkehrt nun wieder täglich ein ICE-Zugpaar nach und von Frankreich. Für deutsche Passagiere gelten die gleichen Einreisebedingungen wie für die Schweizer.

Paris war beliebt – bis zum Lockdown

TGV Lyria, eine Tochter von SBB und SNCF, hatte am 20. Januar ihr Angebot Lyria 2020 auf den Markt gebracht. Zuvor hatten Streiks in Frankreich den Verkehr schwer beeinträchtigt. 15 neue und komplett renovierte Doppelstockzüge mit kostenlosem WLAN sollten mehr Kapazitäten zwischen der Schweiz und der französischen Metropole bieten. Das Angebot kam bei der Kundschaft an. Die Passagierzahlen stiegen um 15 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode.

Der übrige internationale Bahnverkehr soll je nach Entwicklung der behördlichen Auflagen der Nachbarländer und in Abstimmung mit den Partnerbahnen etappenweise hochgefahren werden, erklärt ein SBB-Sprecher auf Anfrage.