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40 Terroristen nach Anschlag auf Touristenbus getötet

Nach der tödlichen Explosion in Gizeh haben die ägyptischen Behörden laut eigenen Angaben mutmassliche Terroristen aufgespürt.

Terrorakt: Der von der Bombe getroffene Bus in der Nähe der weltberühmten Pyramiden. (Video: AFP/Tamedia)

Einen Tag nach einem tödlichen Anschlag auf einen Bus mit vietnamesischen Touristen in Gizeh haben die ägyptischen Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben 40 mutmassliche Terroristen getötet.

Allein bei Razzien in Gizeh kamen laut Angaben des Innenministeriums 30 Menschen ums Leben. Die Sicherheitskräfte warfen «terroristischen Elementen» dort vor, Anschläge auf staatliche Einrichtungen und die Tourismusbranche zu planen. Das Innenministerium liess jedoch offen, ob es eine direkte Verbindung zu dem Anschlag auf den Touristenbus gibt, bei dem vier Menschen starben.

Weitere zehn mutmassliche Aufständische wurden einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Mena zufolge bei einer Schiesserei im Norden der Sinai-Halbinsel getötet. Dort gehen die Sicherheitskräfte gegen Aufständische der Extremistenmiliz Islamischer Staat vor.

Selbst gebauter Sprengsatz am Strassenrand

Bei der Explosion einer Bombe waren am Freitag nach offiziellen Angaben drei vietnamesische Staatsangehörige und ein ägyptischer Reiseführer getötet worden. Zudem wurden elf vietnamesische Touristen und der einheimische Busfahrer verletzt.

Der Bus war am späten Nachmittag von einem Sprengsatz am Strassenrand getroffen worden. Der selbst gebaute Sprengsatz war demnach in der Nähe einer Mauer im Stadtbezirk Haram platziert gewesen. Es war der erste Anschlag auf Urlauber in Ägypten seit Juli 2017 und ein neuer Rückschlag für die Tourismusbranche in dem nordafrikanischen Land.

«Kein Land kann hundertprozentige Sicherheit garantieren»

Der ägyptische Regierungschef Mustafa Madbuli trat nach einem Besuch bei den Verletzten im Al-Haram-Krankenhaus mit den Ministern für Gesundheit und Tourismus vor die Medien. Der Ministerpräsident nannte den Anschlag einen «bedauernswerten Vorfall».

Der Bus war am späten Nachmittag in Gizeh von einem Sprengsatz am Strassenrand getroffen worden. (28. Dezember 2018)
Der Bus war am späten Nachmittag in Gizeh von einem Sprengsatz am Strassenrand getroffen worden. (28. Dezember 2018)
Amr Abdallah Dalsh, Reuters
Der selbst gebaute Sprengsatz war in der Nähe einer Mauer im Stadtbezirk Haram platziert gewesen. (28. Dezember 2018)
Der selbst gebaute Sprengsatz war in der Nähe einer Mauer im Stadtbezirk Haram platziert gewesen. (28. Dezember 2018)
Amr Abdallah Dalsh, Reuters
Die Pyramiden von Gizeh gehören zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Ägyptens: Touristen besichtigen die Djoser-Pyramide. (15. Dezember 2018)
Die Pyramiden von Gizeh gehören zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Ägyptens: Touristen besichtigen die Djoser-Pyramide. (15. Dezember 2018)
Khaled Elfiqi, Keystone
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Angesprochen auf mögliche schädliche Auswirkungen des Anschlags auf die für Ägypten besonders wichtige Tourismusbranche sagte Madbuli, es gebe «kein einziges Land, in dem es keine Angriffe gibt». Solche Gewalttaten könnten sich auch in der Zukunft wiederholen. «Kein Land der Welt kann hundertprozentige Sicherheit garantieren», sagte der Regierungschef.

8,2 Millionen Besucher im Jahr 2017

In der Vergangenheit waren in Ägypten wiederholt tödliche Anschläge auf Urlauber verübt worden. Zuletzt hatte im Juli 2017 im Badeort Hurghada ein Mann mit einem Messer zwei deutsche Frauen getötet und vier weitere Menschen verletzt. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen handelte es sich bei dem Täter um einen Islamisten.

Wegen der wiederholten Angriffe wurden die Sicherheitsvorkehrungen an Touristenorten in Ägypten verstärkt. Die Vorkehrungen rund um die Pyramiden um Gizeh wurden allerdings wiederholt als nicht ausreichend kritisiert.

Die südlich von Kairo gelegenen Pyramiden von Gizeh sind das einzige der sogenannten sieben Weltwunder, das noch existiert. Sie gehören zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Ägyptens.

Zuletzt hatte sich der Tourismus in Ägypten erholt. Nach 5,3 Millionen Besuchern im Jahr 2016 kamen 2017 8,2 Millionen Besucher ins Land. Damit ist Ägypten aber noch weit von den fast 15 Millionen Touristen im Jahr 2010 entfernt.

sda/afp/fal/ij

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