Ältester Holocaust-Überlebender Österreichs gestorben

Marko Feingold starb im Alter von 106 Jahren. Er überlebte fünf Konzentrationslager; 1945 wurde er durch die US-Armee befreit.

Marko Feingold mit seiner Frau Hanna Feingold vor dem Festakt zur Eröffnung der Salzburger Festspiele 2019. Bild: Barbara Gindl/APA

Marko Feingold mit seiner Frau Hanna Feingold vor dem Festakt zur Eröffnung der Salzburger Festspiele 2019. Bild: Barbara Gindl/APA

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Der älteste Holocaust-Überlebende Österreichs ist tot. Am Donnerstag ist Marko Feingold, seit 1979 Präsident der kleinen Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg, im Alter von 106 Jahren an Folgen einer Lungenentzündung gestorben.

Er überlebte fünf Jahre in mehreren Konzentrationslagern, half nach dem Krieg Tausenden Juden bei der illegalen Auswanderung nach Israel und war bis zuletzt ein wacher und unermüdlicher Kämpfer gegen das Vergessen der NS-Gräueltaten.

Am 11. April 1945 wurde das KZ Buchenwald von den Amerikanern befreit. Österreich kümmerte sich aber nicht um die Heimholung seiner Häftlinge. In einem letztlich selbst organisierten Transport wollten 128 Überlebende nach Wien fahren. Doch an der Demarkationslinie an der Enns gab es Probleme, bei der Rückfahrt nach Deutschland stieg Feingold spontan in Salzburg aus.

Als «Flüchtling im eigenen Land», hat er sich dabei bezeichnet. Denn die Tausenden Überlebenden der Konzentrationslager, die es als «displaced persons» nach Salzburg verschlug, wollte man dort genau so wenig, wie die Juden, denen vor 1938 die Flucht ins Exil gelungen war. Sie wurden offiziell nie zur Rückkehr eingeladen oder aufgefordert.

Feingold blieb bis zuletzt aktiv – geistig, wie sportlich, wie das Newsportal «salzburg24.at» schreibt. Noch im Juni dieses Jahres vollzog er den Anstoss zur Integrationsfussball-WM in Salzburg. Dabei sagte Feingold: «Keiner hat dem anderen etwas vorzuwerfen. Die Religionen sind gleich, nur die Feiertage sind verschieden.» (nag/sda)

Erstellt: 20.09.2019, 15:02 Uhr

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