Assange kündigt vor Gericht Widerstand an

Der Wikileaks-Gründer hat sich bei einer Anhörung zu einer allfälligen Auslieferung geäussert.

Julian Asange: «Ich will mich nicht der Auslieferung ergeben.» Bild: AP

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Wikileaks-Gründer Julian Assange hat bei einer gerichtlichen Anhörung zu seiner möglichen Auslieferung an die USA seinen Widerstand gegen eine Überstellung bekräftigt. «Ich will mich nicht der Auslieferung ergeben, nur weil ich Journalismus betrieben habe, der viele Preise erhalten und viele Menschen geschützt hat», sagte der per Video aus dem Gefängnis zugeschaltete Australier Assange am Donnerstag in der Anhörung vor einem Gericht in London.

Die Vereinigten Staaten wollen Assange wegen seiner Rolle bei der Veröffentlichung von hunderttausenden geheimer Regierungsdokumente den Prozess machen. Während der erste Anhörung zum Auslieferungsgesuch der USA demonstrierten Anhänger des Wikileaks-Gründers vor dem Gerichtsgebäude. Die zweite Anhörung setzte das Gericht für den 30. Mai an.

Am Mittwoch war Assange in London zu 50 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Nach Auffassung der Richter hatte er mit seiner Flucht vor sieben Jahren in die Botschaft Ecuadors gegen die Auflagen seiner Kaution verstossen und sich der britischen Justiz entzogen.

Verhandlungen dauern wohl jahrelang

Der Wikileaks-Grüner war 2012 in die Botschaft Ecuadors in London geflohen, weil er eine Auslieferung an Schweden und von dort weiter in die USA befürchtete. Zu diesem Zeitpunkt sollte er nach Schweden ausgeliefert und dort wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung und sexuellen Gewalt vor Gericht gebracht werden.

Anfang April war Assange schliesslich in der Botschaft verhaftet worden. Rechtsexperten gehen davon aus, dass der Fall über Jahre vor britischen Gerichten verhandelt werden und letztlich vor den Europäischen Gerichtshof gehen könnte. Assanges Anwältin hat bereits angekündigt, dass ihr Mandant das Auslieferungsgesuch «anfechten und bekämpfen» will.

In den USA ist der Australier wegen der von Wikileaks veröffentlichten US-Dokumente wegen «Verschwörung» angeklagt und könnte bei einem Schuldspruch für fünf Jahre ins Gefängnis geschickt werden. Die 2010 veröffentlichten Dokumente enthielten hochbrisante Informationen über die US-Einsätze im Irak und in Afghanistan sowie über die Tötung von Zivilisten und Misshandlung von Gefangenen. (afp/red)

Erstellt: 02.05.2019, 14:49 Uhr

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