Bahn-Streik betrifft am Montag ganz Deutschland

Im Norden und im Süden der Schweiz wird gestreikt. Züge wenden an der Grenze. Wie sich die SBB wappnen.

Streiks in der Vorweihnachtszeit: Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG erklärte die laufenden Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn für gescheitert. Video: Reuters

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Kunden der Deutschen Bahn müssen am Montagmorgen wegen eines Warnstreiks in ganz Deutschland mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen. Auch die Verbindungen mit der Schweiz dürften betroffen sein. Die Gewerkschaft rief Angestellte für die Zeit zwischen 5 und 9 Uhr zum Ausstand auf.

Dies teilte ein Gewerkschaftssprecher am Sonntagnachmittag mit und konkretisierte damit frühere Angaben. Die Bahn geht davon aus, dass die Arbeitsniederlegungen den Zugverkehr voraussichtlich landesweit «stark beeinträchtigen» werden. Auch in den Stunden nach dem Warnstreik-Ende sei mit Störungen zu rechnen. Der Ausstand werde S-Bahnen, den Regional- und Fernverkehr und auch den Güterverkehr betreffen.

SBB beobachten die Lage

Die SBB rechnen damit, dass auch die Verbindungen mit der Schweiz betroffen sind. Im Onlinefahrplan weist sie bei den betroffenen Zügen darauf hin, dass aufgrund des Streiks mit Verspätungen und Zugausfällen zu rechnen ist.

«Kunden, die innerhalb der Schweiz reisen, werden vom Streik nichts mitbekommen», sagt SBB-Sprecher Christian Ginsig auf Anfrage. Im grenzüberschreitenden Verkehr könne es zu Verzögerungen oder überfüllten Zügen kommen. Da solche Streiks aber unberechenbar seien, kann Ginsig keine genaue Prognose machen. Reisende von und nach Deutschland finden aktuelle Informationen unter bahn.de/aktuell. Innerhalb der Schweiz sollten die Onlinefahrpläne allfällige Einschränkungen automatisch berücksichtigen.

Die SBB sind insofern auf den Streik vorbereitet, als dass sie etwa in Basel Züge bereit halten, die im Bedarfsfall einspringen könnten. Im Güterverkehr lasse man Züge nur fahren, wenn gesichert ist, dass die Strecken befahrbar sind. Damit verhindere man, dass es auf dem Schienennetz zu Stau komme.

«Überflüssige» Eskalation

«Die Deutsche Bahn setzt alles daran, die Auswirkungen der Warnstreiks auf ihre Kunden so gering wie möglich zu halten», hiess es aus dem Konzern. «Die DB bedauert, dass die Reisenden, darunter viele Arbeitnehmer, in der Adventszeit möglicherweise mehr Zeit und Geduld aufbringen müssen, um an ihr Ziel zu kommen.»

Die Gewerkschaft hatte nach abgebrochenen Tarifgesprächen zu dem landesweiten Warnstreik aufgerufen. Am Samstag waren die Tarifparteien in Hannover ohne Ergebnis auseinandergegangen. Die Gewerkschaft nannte ein aus ihrer Sicht zu geringes Lohnangebot des bundeseigenen Konzerns als Anlass für die Warnstreiks. Die Bahn sprach hingegen von einer «völlig überflüssigen Eskalation».

Streik auch in Italien

Auch in Italien streiken Bahnangestellte von Trenord. Die Gewerkschaft hatte einen 23-stündigen Ausstand angekündigt. Am Sonntag und Montag komme es deshalb zu Einschränkungen, wie italienische Medien berichteten. Davon betroffen sei auch der Malpensa-Express zum mailänder Flughafen. Der Streik sollte um 2 Uhr morgens beendet sein.

Die im Tessin verkehrenden Züge der Bahngesellschaft Tilo wendeten an der Grenze, wie das Portal «Ticino Online» berichtete.

(oli/sda/afp)

Erstellt: 09.12.2018, 17:15 Uhr

Bahnverkehrs-Info

Wer von oder nach Deutschland reist, findet detaillierte Informationen zum Streik unter bahn.de/aktuell.

Die SBB informieren ihre Kunden unter railinfo.ch, sobald konkretere Informationen vorliegen.

Artikel zum Thema

Black Friday: Amazon-Angestellte treten in Streik

Video Zürichs Strassen sind voll – doch Schnäppchenjäger will niemand sein. Benzin zum halben Preis – und weitere Geschichten des Tages. Mehr...

Der Fahrplan ändert – die neuen Züge verzögern sich

Nun gilt der neue SBB-Fahrplan, der im Fernverkehr mehr Verbindungen bringt. Die neuen Doppelstockzüge sind aber noch nicht bereit. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Newsletter

Die Woche in der Region.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!