Bericht: Kims Halbbruder war CIA-Informant

Der 2017 in Malaysia ermordete Kim Jong-nam soll sich mehrfach mit US-Agenten getroffen haben. Das berichtet das «Wall Street Journal».

Beim Regime in Ungnade gefallen: Kim Jong-nam kommt im Februar 2007 im Flughafen von Peking an. (Reuters/11. Februar 2007)

Beim Regime in Ungnade gefallen: Kim Jong-nam kommt im Februar 2007 im Flughafen von Peking an. (Reuters/11. Februar 2007)

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Der in Malaysia ermordete Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un war einem Zeitungsbericht zufolge CIA-Informant. Das «Wall Street Journal» berichtete am Dienstag unter Berufung auf eine «gut unterrichtete» Quelle, Kim Jong-nam habe sich vor seinem Tod mehrfach mit Agenten des US-Auslandsgeheimdienstes getroffen.

Kim Jong-nam, der lange als Nachfolger seines Vaters Kim Jong-il galt, war im Februar 2017 am Flughafen von Kuala Lumpur mit dem Nervengift VX verseucht worden und gestorben.

Laut der Quelle des «Wall Street Journal» gab es eine «Verbindung» zwischen Kim Jong-nam und der CIA. Viele Einzelheiten dieser Verbindung seien aber unklar. Dem Bericht zufolge war Kim Jong-nam im Februar 2017 nach Malaysia gereist, um seine CIA-Kontaktperson zu treffen. Möglicherweise sei dieses Treffen aber auch nicht der einzige Zweck der Reise gewesen.

Verdächtige Frauen sind auf freiem Fuss

Nach dem Mord waren zwei junge Frauen aus Vietnam und Indonesien festgenommen und vor Gericht gestellt worden. Beide beteuerten, mit einer List von nordkoreanischen Spionen zu dem Angriff gebracht worden zu sein: Sie glaubten demnach, es handele sich um einen Scherz für eine Fernsehsendung. Mittlerweile hat die malaysische Staatsanwaltschaft die Mordvorwürfe fallengelassen und beide Frauen freigelassen.

Der Mord ist bis heute rätselhaft. Vier verdächtige Nordkoreaner flohen kurz nach der Tat aus Malaysia. Südkorea macht Nordkorea für den Mord an Kims Halbbruder verantwortlich, was Pyongyang zurückweist.

Offenbar wenig Interessantes für die CIA

Kim Jong-nam war bei der nordkoreanischen Führung in Ungnade gefallen – vermutlich nachdem er 2001 mit falschem Pass nach Japan eingereist war, um das Disneyland in Tokio zu besuchen. Seitdem lebte er im Ausland, die meiste Zeit davon in der chinesischen Sonderverwaltungszone Macao. 2011 kritisierte er im Interview mit einer japanischen Zeitung die dynastisch geprägte Nachfolge an der Spitze Nordkoreas.

Das «Wall Street Journal» schrieb unter Berufung auf mehrere frühere US-Regierungsvertreter, Kim Jong-nam sei vermutlich nicht in der Lage gewesen, der CIA Einzelheiten über die «inneren Abläufe» Nordkoreas zu verraten. Er habe zu lange im Ausland gelebt und vermutlich auch keine «Machtbasis» in Nordkorea gehabt. (fal/afp)

Erstellt: 11.06.2019, 13:43 Uhr

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