Charlottesville ruft für Jahrestag Notstand aus

Die tödlichen Ausschreitungen bei einer Neonazi-Demonstration jähren sich am Wochenende. Die Stadt bereitet sich auf das Schlimmste vor.

Im September 2017 werden die zwei Lager vor der umstrittenen Statue von Robert E. Lee auseinandergehalten. (Archiv)

Im September 2017 werden die zwei Lager vor der umstrittenen Statue von Robert E. Lee auseinandergehalten. (Archiv) Bild: Steve Helber/Keystone

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Kurz vor dem Jahrestag der tödlichen Proteste im US-amerikanischen Charlottesville hat die Stadtverwaltung den Notstand ausgerufen. Er gelte ab diesem Freitag um 18 Uhr (Ortszeit) bis zum Montagmorgen, wie die Stadtverwaltung am Mittwoch nach einem Bericht von NBCNews mitteilte.

Auch der Bundesstaat Virginia hatte zuvor den Notstand ausgerufen, wie es hiess. Bei der Demonstration von weissen Nationalisten und Neonazis in Charlottesville war es am 12. August 2017 zu Ausschreitungen gekommen, in deren Folge eine 32-jährige Frau starb. Präsident Donald Trump machte anschliessend beide Seiten gleichermassen für die Gewalt verantwortlich. Für diese Reaktion schlug ihm scharfe Kritik entgegen.

Offizieller Marsch weicht nach Washington aus

Nach der Entscheidung der Stadtverwaltung sind in einem eigens in der Innenstadt eingerichteten Bereich für Demonstranten scharfe Gegenstände, Schlagstöcke, Keulen, Feuerwerk, Rundhölzer, Schusswaffen, Luftgewehre und weitere Waffen verboten. Auch Gesichtsmasken seien nicht erlaubt.

Durch Ausrufen des Notstands seien mehr finanzielle Mittel für Ersthelfer staatlicher Einrichtungen verfügbar, so NBCNews. Die grosse Zahl der Polizisten auf der Strasse sei «eine Abschreckung für jeden, der in die Gemeinde kommen wolle, um andere von der Ausübung der Redefreiheit abzuhalten», zitiert das Portal den örtlichen Polizeichef RaShall Brackney.

Der offizielle Marsch «Unite the Right 2» (Vereint die Rechte 2) ist am Samstag und Sonntag im Park Lafayette in Washington D.C. geplant. Obwohl eine Anfrage der Organisatoren, den Aufmarsch wieder in Charlottesville zu organisieren, im Dezember abgelehnt wurde, bereite sich die Stadt auf das Schlimmste vor, hiess es. (sep/sda)

Erstellt: 09.08.2018, 15:27 Uhr

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