Chef des russischen Militärgeheimdiensts tot

Unter seiner Führung geschahen Aktionen wie die Einmischung in die US-Wahlen oder der Giftanschlag auf Skripal. Nun ist Igor Korobov gestorben.

Igor Korobov ist 62-jährig gestorben. (Archivbild) Bild: Russian Defense Ministry Press Service/AP

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Der Chef des russischen Militärgeheimdiensts GRU, Igor Korobov, ist nach nur zwei Jahren im Amt gestorben. Korobov sei im Alter von 62 Jahren einer «langen und schweren Krankheit» erlegen, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau am Donnerstag.

Unter Korobovs Führung wurde der GRU für eine Reihe umstrittener Aktionen im Ausland verantwortlich gemacht, darunter die Einmischung in die US-Präsidentschaftswahlen und den Giftanschlag in Grossbritannien im März.

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu bezeichnete den am Mittwoch Verstorbenen als «grossen Mann, treuen russischen Sohn und Patrioten seines Vaterlandes». Bereits Anfang November war Korobov einer Festveranstaltung zum hundertjährigen Bestehen des GRU mit Präsident Wladimir Putin ferngeblieben.

Korobov war 1985 in den Geheimdienst eingetreten. Seit 2016 stand er an der Spitze des GRU. Sein Vorgänger, Igor Sergun, war im Januar 2016 unerwartet gestorben. Angeblich kam Sergun während einer Mission im Libanon ums Leben.

Umstrittene Aktionen

In den letzten Jahren war der GRU mit einigen umstrittenen Aktionen Russlands im Ausland in Verbindung gebracht worden. US-Geheimdienste machen den GRU für Cyberangriffe während des Präsidentschaftswahlkampfs im Jahr 2016 verantwortlich. Korobov wurde deshalb im September von den USA mit Sanktionen belegt.

Der Westen wirft der mächtigen Behörde auch eine Reihe von Angriffen auf ausländischem Boden vor, darunter die Vergiftung des russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia in Grossbritannien im März. Die britische Polizei identifizierte im September zwei GRU-Agenten als Tatverdächtige.

Der GRU ist neben dem Inlandsgeheimdienst FSB und dem Auslandsgeheimdienst SWR einer der drei Moskauer Geheimdienste. Er ist berüchtigt für seinen brutalen Umgang mit Abtrünnigen.

(oli/sda)

Erstellt: 22.11.2018, 17:14 Uhr

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