«Das Geld reichte nicht, um die Kinder zur Schule zu bringen»

Ecuadors Präsident gibt den Demonstranten nach. Die Indigenen verkünden ein Ende der Proteste, die sieben Tote und Hunderte Verletzte forderten.

Sparpaket abgesagt: Indigene Demonstranten feiern in Quito die Ankündigung der Regierung. (13. Oktober 2019) Bild: Dolores Ochoa/AP

Sparpaket abgesagt: Indigene Demonstranten feiern in Quito die Ankündigung der Regierung. (13. Oktober 2019) Bild: Dolores Ochoa/AP

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Ecuadors Präsident Lenín Moreno zieht angesichts heftiger Proteste ein umstrittenes Dekret zur Streichung staatlicher Kraftstoff-Subventionen zurück. Im Gegenzug verkündete die Dachorganisation der Indigenen am Sonntag ein Ende der Proteste.

Beide Seiten waren zuvor zu Gesprächen zur Beilegung der sozialen Unruhen zusammengekommen. Noch am Sonntag kam es trotz einer von Präsident Moreno verhängten Ausgangssperre zu neuen Unruhen.

Gepanzerte Militärfahrzeuge patrouillierten am Sonntag durch die Strassen der Hauptstadt Quito, nachdem Polizei und Demonstranten aneinandergeraten waren. Ecuadorianer posteten in sozialen Medien Videos von brennenden Strassenblockaden und Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften. Der Innenminister gab an, Vandalen hätten erneut das Gebäudes des Rechnungshofes in Brand gesteckt, etwa 500 Menschen hätten sich den Polizeiblockaden widersetzt.

Ende der gewaltsamen Proteste: Ein Demonstrant schliesst Frieden mit einem Sicherheitsbeamten in Quito. (13. Oktober 2019) Bild: Dolores Ochoa/AP

Die Indigenen-Organisation steht an der Spitze der Proteste, die das südamerikanische Land seit Anfang Oktober erschüttern. Bei den sozialen Unruhen sind bisher sieben Menschen getötet und mehr als 1'300 Menschen verletzt worden. In dem Konflikt vermitteln inzwischen die Vereinten Nationen und die katholische Kirche.

Kirche und UNO vermitteln

Die Regierung hatte die Subventionen der Treibstoffpreise von jährlich 1,2 Millionen Dollar gestrichen, um die Staatsfinanzen zu sanieren. Die Massnahme wurde als Teil der Auflagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für einen Kredit von 4,2 Milliarden Dollar getroffen.

Die daraus folgende Erhöhung der Diesel-Preise um über 100 Prozent entfachte den Protest der indigenen Völker und der Gewerkschaften. «Einen Tag brauchte man 20 Dollar für den Traktor, am nächsten Tag waren es 45 Dollar, es reichte nicht mehr, um die Kinder in die Schule zu bringen», sagte Leónidas Iza, einer der Führer der Conaie, in dem im Fernsehen übertragenen Dialog mit Moreno.

Lenín Moreno gibt nach: Der Präsident spricht zu den Medien. Rechts im Bild: Uno-Vermittler Arnaud Peral. (13. Oktober 2019) Bild: Fernando Vergara/AP

Die gemeinsame Kommission soll unter Vermittlung der Uno-Vertretung in Ecuador und der Bischofskonferenz ein neues Dekret ausarbeiten, mit dem vermieden werden soll, dass eine Abschaffung der Sprit-Subventionen die ärmeren Bevölkerungsschichten betrifft.

(roy/sda)

Erstellt: 14.10.2019, 05:35 Uhr

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